Kolumbiens Regierung sagt Begnadigungen von Farc-Mitgliedern zu

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Gefangene aus den Guerillabewegungen Farc und ELN streiken und fordern sofortige Freilassungen sowie ein Ende der humanitären Katastrophe in den Gefängnissen
Gefangene aus den Guerillabewegungen Farc und ELN streiken und fordern sofortige Freilassungen sowie ein Ende der humanitären Katastrophe in den Gefängnissen

Bogotá. Die kolumbianische Regierung hat eine Begnadigung von 30 inhaftierten Kämpfern der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) angekündigt. Dies wäre nach drei Jahre andauernden Verhandlungen über die Beendigung des bewaffneten Konfliktes in dem südamerikanischen Land ein erstes konkretes Entgegenkommen.

Als eine "Geste des Friedens am Vorabend des Endes des bewaffneten Konfliktes" und um das Vertrauen in die Verhandlungsbereitschaft zu stärken, sagte die Regierung laut Zeitungsberichten zu, Mitglieder der Farc aus verschiedenen Gefängnissen des Landes freizulassen. Die Inhaftierten würden begnadigt, so ein Sprecher der Regierung. Es seien aber keine Verantwortlichen für "schwere Delikte" unter den betreffenden Personen, sondern lediglich wegen "Rebellion" Verurteilte. Diese erste Gruppe solle ein Programm zur Reintegration durchlaufen, welches Bildung, Eingliederung sowie psychosoziale Unterstützung beinhaltet.

Zudem sagte die kolumbianische Regierung die Schaffung einer Kommission zu, die den Gesundheitszustand von über 100 Farc-Guerilleros überprüfen soll und gegebenenfalls sofort notwendige Maßnahmen einleiten kann. Weiterhin ist vorgesehen, die gefangenen Farc-Mitglieder in den jeweiligen Gefängnissen zusammenzulegen und ihre rechtliche Situation im Hinblick auf die vereinbarte Übergangsjustiz zu überprüfen. Um die Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach dem Ende des Konfliktes vorzubereiten, sollen die individuellen und familiären Bedingungen der Farc-Mitglieder untersucht werden.

Rund eine Woche vor diesen Zugeständnissen waren über 1.500 Farc-Gefangene in einen Hungerstreik getreten und die Delegation der Guerilla in Havanna hatte die Freilassung von über 80 Gefangenen gefordert, deren Gesundheitszustand als äußerst kritisch gilt.

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