Brasilien / Kolumbien / Peru / Militär

Militärflotte für Amazonas zwischen Peru, Brasilien und Kolumbien

amazonrivermap.svg.png

Der Amazonas und die Amazonasregion
Der Amazonas und die Amazonasregion

Bogotá. Im Rahmen der erweiterten Militärkooperation zwischen den drei Amazonasländern Peru, Brasilien und Kolumbien haben diese Länder den Einsatz einer Flotte zum Schutz der Amazonasregion beschlossen. Die Länder wollen zukünftig verstärkt Militärtechnik austauschen. Der Beginn des Einsatzes wurde am 7. Dezember 2015 in Bogotá vom Staatsunternehmen "Corporación de Ciencia y Tecnologia pare el desarollo de la Industria naval" (Cotecmar) bekanntgegeben. Cotecmar entwickelt und baut vor allem militärische Schiffe.

Ebenfalls beteiligt sind die Firmen Emgepron aus Brasilien und SIMA aus Peru an der "Amazonas Flotte", der ersten internationalen Militärkooperation dieser Region. Die Vorsitzenden der beteiligten Institutionen begründen den Flotteneinsatz mit der Relevanz des Schutzes des Amazonas für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. 

Die Amazonasregion erstreckt sich über sechs Millionen Quadratkilometer in den Ländern Brasilien, Peru, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Venezuela, Französisch Guayana und Surinam. Kolumbien besitzt mehr als 15.000 Kilometer befahrbare Flüsse und zwei lange Küsten an Pazifik und Karibik. Vor allem der Zugang zu Regionen, die nicht über Straßen erreichbar sind, steht im Mittelpunkt des Abkommens. So betonte Jorge Enrique Carreño, Vorsitzender von Cotecmar: "Die Menschen der abgelegenen Regionen werden vom kolumbianischen Staat Versorgung in Sachen Gesundheit, Bildung und Wirtschaft fordern."

Für die technische Ausstattung der Flotte wurde das kolumbianische Cotecmar gewählt. Deren Aufsichtsrat versicherte, alle notwendige Technik zur Verfügung zu stellen und gemeinsam mit den beiden Partnerorganisationen die Flotte zu entwickeln und auszustatten. 

Das Abkommen zur Militärkooperation wurde bereits im Juni 2014 vereinbart und auf der Militärmesse Expodefensa präsentiert, auf der Sicherheitsfirmen, private Unternehmen, Waffenindustrie und Abgeordnete der Ministerien und Regierungen zusammen treffen, um Kooperationen und privat-staatliche Abkommen zu vereinbaren. Private Firmen spielen mit ihrer Militär- und Waffentechnik eine große Rolle auf dem lateinamerikanischen Markt. Ein Teil deren Verkaufsstrategie ist es, ihre vorgeblich gemeinnützige Rolle zu betonen und ihre Technik in den Dienst des Umweltschutzes und des Schutzes von ländlichen Gemeinden zu stellen. 

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr