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13.03.2016 Kolumbien / Politik

Farc-Delegation klärt Kämpfer in Kolumbien über Friedensplan auf

Farc-Sprecher dürfen wieder nach Kolumbien reisen

Farc-Sprecher dürfen wieder nach Kolumbien reisen

Quelle: pazfarc-ep.org

Havanna/Bogotá. Bei den laufenden Friedensverhandlungen in Havanna haben Vertreter der Guerillaorganisation Farc und die kolumbianische Regierung vereinbart, dass eine Delegation der Guerillagruppe die eigenen Lager besuchen wird, um den eigenen Mitgliedern die Vereinbarungen darzulegen. Die Regierung hatte erst im Februar ein Reiseverbot für die Farc-Delegation in Havanna verhängt, weil sich Mitglieder der Verhandlungsgruppe angeblich nicht an Bedingungen gehalten hatten.

Nun zeigten sich beide Seiten dennoch optimistisch, konkrete Vereinbarungen zu treffen und die Verhandlungen abzuschließen. Die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos autorisierte eine Farc-Delegation erneut dazu, die Lager der Guerilla auf kolumbianischem Staatsgebiet aufzusuchen.

Die Reise soll, um die Sicherheit zu garantieren, unter Begleitung mehrerer Vertreter der kolumbianischen Regierung, der Garantiestaaten sowie des Internationalen Roten Kreuzes stattfinden. Während der Aufklärungsmission soll es ständigen Kontakt zur Regierung geben. Eine weitere Bedingung ist der Verzicht auf jeglicher Medien, die Mitglieder der Delegation dürfen keinerlei zur Weitergabe bestimmte Aufnahmen machen. Aus Sicherheitsgründen werden die Namen der Reisenden nicht bekannt gegeben. Die kolumbianische Regierung gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass keinerlei öffentliche Veranstaltungen oder Treffen mit der Zivilbevölkerung erlaubt seien.

Die sogenannte Erziehung für den Frieden solle als gegenseitiger Vertrauensbeweis verstanden werden, so Sprecher der Farc. Zudem will die Guerilla eine Botschaft der Versöhnung an die vom bewaffneten Konflikt gezeichneten Regionen senden.  

Erst vor wenigen Wochen hatte eine Delegationsreise der Farc in die Region Guajira für Probleme bei den Verhandlungen in Havanna gesorgt und ein Reiseverbot provoziert. Guerillaführer waren laut Regierung ohne Autorisierung und mit Schutz durch bewaffnete Farc-Kämpfer in die Region gefahren, um den Kontakt zur Zivilbevölkerung zu suchen. Regierungsvertreter behaupteten, dass das den vereinbarten Bedingungen widerspricht, wohingegen Sprecher der Farc eine solche Vereinbarung abstritten.

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