Brasilien / Politik

Welle der Gewalt gegen Kommunalpolitiker vor Wahlen

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Die Präsenz von Einheiten der Militärpolizei wurde verstärkt
Die Präsenz von Einheiten der Militärpolizei wurde verstärkt

Brasília. Im Vorfeld der brasilianischen Kommunalwahlen am heutigen Sonntag ist das Land von einer Welle der Gewalt gegenüber Politikerinnen und Politikern erschüttert worden. In der Nacht zum Mittwoch wurde der Bürgermeisterkandidat José Gomes da Rocha von der Partido Trabalhista Brasileiro (PTB) bei einer Wahlkampfveranstaltung erschossen. Das Attentat ereignete sich in Itumbiara im Bundesstaat Goiás, wo da Rocha als Favorit auf das Bürgermeisteramt galt. Neben ihm starb sein Leibwächter Vanilson João Pereira. Der Vizegouverneur von Goiás, José Eliton, der da Rocha bei der Veranstaltung unterstützte, wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Der Attentäter war Polizeiangaben zufolge Mitarbeiter im Rathaus und wurde von anwesenden Sicherheitskräften erschossen. Da Rocha war zwischen 2005 und 2012 bereits Bürgermeister der Stadt gewesen und galt als einer der reichsten Politiker des Landes. Vor den Wahlen hatte er ein Vermögen von rund 34 Millionen US-Dollar bei den zuständigen Behörden angegeben, welches sich größtenteils aus dem Besitz zahlreicher Haciendas zusammensetzte.

In Minas Novas entkam einen Tag zuvor der Präfekt und Kandidat Gilberto Gomes da Silva unverletzt einem Attentäter, während der Wahlkampfbus des Kandidaten Antonio Carlos angezündet wurde.

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In den vergangenen Wochen sind somit im Vorfeld der Kommunalwahlen bei Attentaten und Gewaltausbrüchen in zahlreichen Bundesstaaten mindestens drei Personen ums Leben gekommen und zwei verletzt worden. Insbesondere im Staat Rio de Janeiro kommt es immer wieder zu gewalttätigen Zwischenfällen gegenüber Kandidaten und Kandidatinnen der Kommunalwahlen. In der vergangenen Woche war dort Marcos Vieira de Souza, der für das Amt des Gemeindevorstehers kandidierte, bei einer Ausschusssitzung erschossen worden. Dies war bereits der 15. politisch motivierte Mord in Rio de Janeiro seit November 2015. Die Gewalt geht dabei meist von bewaffneten Milizen und dem Drogenhandel aus. Die brasilianischen Wahlbehörden haben daher die Entsendung von militärischen Einheiten in 265 Gemeinden angekündigt, um die Sicherheit bei den Wahlen zu gewährleisten.

Am 2. Oktober sind 144 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer zur Wahl der Bürgermeister und Gemeinderäte aufgerufen.

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