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Mexikaner in den USA: Drei Millionen Abschiebungen auch unter Obama

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Außenministerin von Mexiko, Claudia Ruiz Massieu
Außenministerin von Mexiko, Claudia Ruiz Massieu

Mexiko-Stadt/Washington. Mexikaner in den USA haben gelassen auf die immigrantenfeindlichen Äußerungen des designierten Präsidenten Donald Trump reagiert. Seine Ankündigung von Massenausweisungen von Arbeitsimmigranten ohne gültige Papiere bedeute keine grundlegende Kehrtwende in der US-amerikanischen Politik, sagte der Menschenrechtsaktivist Jorge Mujica gegenüber der linksliberalen mexikanischen Tageszeitung La Jornada. Der gebürtige Mexikaner wies darauf hin, "dass auch Barack Obama drei Millionen Immigranten deportiert hat". Diese Drohkulisse gebe es also schon seit Jahren, so Mujica weiter.

Dennoch seien lateinamerikanische Einwanderer seit der Wahl von Trump alarmiert: "Natürlich gibt es Angst, deswegen stellen wir uns auf die Selbstverteidigung ein und schließen unter den Mexikanern, Muslimen, Japanern, Polen und Juden und anderen (in den USA) die Reihen", so Mujica, der für die Menschenrechtsorganisation Arise in Chicago aktiv ist.

Nach der Wahl von Trump hatte das mexikanische Außenministerium einen Aktionsplan aufgestellt, mit dem die Landsleute besser unterstützt werden sollen. Trump, der am 20. Januar 2017 sein Amt antritt, hatte in seiner Wahlkampagne angekündigt, hart gegen Einwanderer ohne Papiere vorzugehen, straffällig gewordene Migranten abzuschieben und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, die seinem Willen nach vom südlichen Nachbarn finanziert werden soll.

In einem Interview mit Radio Fórmula sagte Mexikos Außenministerin Claudia Ruiz Massieu, dass mehr als fünf Millionen Mexikaner ohne Aufenthaltsrecht in den USA leben. Ein Elf-Punkte-Plan mit dem Titel "Wir sind bei dir" soll sie vor Missbrauch während der nächsten US-Regierung schützen.

Ruiz Massieu forderte zudem die 32 Gouverneure des Landes auf, ihre Anstrengungen zu Gunsten der in den USA lebenden Mexikaner zu verstärken. Das Wichtigste in diesen Momenten sei es, die Gemeinschaft zu informieren, dass sich die Einwanderungsgesetze in den USA nicht verändert haben und es daher, so die Außenministerin, keine Massenabschiebungen geben werde.

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