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10.11.2016 USA / Venezuela / Politik

Venezuela verbindet Glückwünsche an Trump mit einer Ansage

Note des Außenministeriums gratuliert dem nächsten Präsidenten der USA. Wunsch nach verbesserten Beziehungen unter Achtung der Selbstbestimmung
Die Außenministerin von Venezuela, Delcy Rodríguez

Die Außenministerin von Venezuela, Delcy Rodríguez

Quelle: twitter.com

Caracas. Das Außenministerium Venezuelas hat Donald Trump mit einer offiziellen Note zu seinem Sieg bei den Wahlen zur Präsidentschaft der USA gratuliert und den "starken Wunsch" ausgedrückt, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern verbessert werden können. Dies sei möglich auf der Grundlage der Respektierung von Souveränität und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten zwischen den beiden Ländern.

Mit dem Kommuniqué des Ministeriums der Volksmacht für auswärtige Beziehungen, wie das Außenamt in dem südamerikanischen Land heißt, hat Venezuela für die formellen Glückwünsche diplomatisch eine Stufe unterhalb von Staatschefs gewählt. Die Note fordert den nächsten US-Präsidenten zum "Respekt vor den Grundsätzen und Zielen der Charta der Vereinten Nationen" auf, "die die Gleichheit und Souveränität aller Staaten und die Selbstbestimmung der Völker durch freundschaftliche bilaterale, politische und diplomatische Beziehungen verankern."

Die Bolivarische Republik hoffe, dass in den Beziehungen der USA zu Lateinamerika "neue Paradigmen" eingeführt werden können, "die auf der Anerkennung der kulturellen, sozialen und historischen Identitäten unserer Länder und auf der Respektierung der Nichteinmischung sowie des Rechts auf Entwicklung und Frieden“ basieren.

Zudem erhoffe Venezuela, dass "die Vereinigten Staaten von Nordamerika sich den großen ökonomischen, sozialen und politischen Herausforderungen der Menschheit stellen." Das Handeln der USA sei wichtig für weltweiten Frieden und Stabilität, so die Erklärung der Außenministeriums.

Äußerungen des venezolanischen Botschafters bei den Vereinten Nationen in Genf, Jorge Valero, drücken indes deutlich die Unsicherheit über den tatsächlichen Kurs der zukünftigen US-Außenpolitik aus. In einem Gespräch mit der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina nennt der UN-Diplomat die bisherigen Aussagen von Trump "widersprüchlich und alarmierend".

Valero betonte, dass Trumps Wahlkampfauftritte mit rassistischen und fremdenfeindlichen Aussagen und einer Stigmatisierung von islamischen Ländern und den muslimischen Bevölkerungsteilen in den USA aufgeladen gewesen seien. Ebenso erinnerte der Diplomat an Trumps Haltung zur Migration lateinamerikanischer Menschen nach Nordamerika.

Schließlich sei beunruhigend, dass der künftige US-Präsident die unter Barack Obama erzielten Fortschritte in den bilateralen Beziehungen mit Kuba gefährden könnte. Nach Ansicht von Valero befindet der künftige US-Präsident sich "an einem Scheideweg, die interventionistische Politik der USA weiter zu verfolgen oder für den Frieden und die globale Stabilität zu arbeiten."

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