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20.01.2017 Kolumbien / Politik

Regierung von Kolumbien und ELN-Guerilla wollen ab Februar verhandeln

Verhandlungsdelegation der ELN in Ecuador

Die Verhandlungsführer der ELN in Ecuador

Quito. In einer gemeinsamen Mitteilung haben die Guerrillagruppe Armee der Nationalen Befreiung (ELN) und Kolumbiens Regierung einen neuen Termin für den Beginn offizieller Friedensverhandlungen bekannt gegeben. Im Rahmen von Vorabgesprächen, die im Januar in Ecuadors Hauptstadt Quito stattfanden, konnten beide Parteien sich auf den 7. Februar als Verhandlungsbeginn einigen.

Neben dem neuen Termin vereinbarten die Delegationen außerdem die Freilassung des im April 2016 von den Rebellen gefangen genommenen ehemaligen Kongressmitglieds Odín Sánchez Montes de Oca für den 2. Februar, gleichzeitig sollen zwei ELN-Mitglieder begnadigt werden.

Bereits im März vergangenen Jahres war die Agenda der Friedensgespräche bekanntgegeben worden. Die Verhandlungen wurden jedoch im Mai von Präsident Juan Manuel Santos zurückgestellt, bis die ELN alle Gefangenen freilasse. Die Guerilla wiederum hatte einen bilateralen Waffenstillstand gefordert. Zuletzt war man von einem Beginn der Verhandlungen im Oktober ausgegangen, doch hatte man sich bisher weder auf die Freilassung Sánchez' noch auf die Begnadigung der ELN-Mitglieder einigen können.

Nach mehr als 50 Jahren des bewaffneten Konflikts in Kolumbien scheinen die Weichen zur Umsetzung der Agenda nun gestellt zu sein. Diese beinhaltet die Punkte Partizipation der Zivilgesellschaft, Demokratie, sozialer Wandel, Anerkennung der Opfer, Ende des bewaffneten Konflikts und Umsetzung des Friedensabkommens. Die Verhandlungen werden in Ecuador stattfinden, begleitet von den Garantiestaaten Venezuela, Norwegen, Kuba, Chile und Brasilien.

Der Leiter der ELN-Friedensdelegation, Kommandant Pablo Beltrán, erklärte bei einer Pressekonferenz: "Wir hoffen, dass diese Vereinbarung dem Frieden in Kolumbien zugute kommt, um aus diesem Kontinent eine Zone des Friedens zu machen und Brüdervölker wie Ecuador nicht länger die Konsequenzen des kolumbianischen Krieges zu tragen haben."

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