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04.03.2017 Bolivien / Kuba / Politik

Evo Morales zu dringender Behandlung in Kuba eingetroffen, Debatte in Bolivien

Evo Morales: In Kuba wird er nach offizieller Auskunft wegen der Folgen eines viralen Infektes behandelt

Evo Morales: In Kuba wird er nach offizieller Auskunft wegen der Folgen eines viralen Infektes behandelt

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La Paz/Havanna. Der Präsident von Bolivien, Evo Morales, ist nach Auskunft hochrangiger Regierungsvertreter zu einer dringenden medizinischen Behandlung nach Kuba gebracht worden. Die Entscheidung sei "auf ärztlichen Rat" erfolgt, informierte Präsidialamtschef René Martínez. Morales habe seit Wochen unter einer schweren Entzündung im Bereich des Kehlkopfes gelitten, hieß es von dieser Seite weiter. Am Mittwoch sei er daraufhin in ein Krankenhaus in der kubanischen Hauptstadt gebracht worden. Kubas Gesundheitssystem gehört zu den besten Lateinamerikas, zahlreiche Staats- und Regierungschefs lassen sich in dem sozialistischen Karibikstaat behandeln.

Morales selbst bat um Verständnis für seine Abwesenheit in den kommenden Tagen. "Er ist sehr heiser, weswegen er dem ärztlichen Rat folgen und sich nach Havanna in Behandlung begeben musste", sagte Martínez dazu weiter. In einigen Tagen werde man mehr wissen, fügte er an. Er sei sich jedoch sicher, dass der Präsident nach seiner Rückkehr die Amtsgeschäfte wieder aufnehmen werde können.

Vizepräsident Álvaro García Linera führte aus, die Behandlung sei wegen der Folgen einer schweren Virusinfektion notwendig geworden. Das ärztliche Behandlungsteam in Kuba habe aber versichert, dass alles unter Kontrolle sei, eine schwerwiegendere Erkrankung sei auszuschließen. García Linera berief sich bei einer Pressekonferenz im Regierungspalast auf ein Telefonat mit Morales. Der Präsident werde noch mindestens vier weitere Tage in Havanna bleiben müssen.

In Bolivien fand die Behandlung Morales’ aus zwei Gründen ein großes mediales und politisches Echo. Zum einen warfen Vertreter der rechtsgerichteten Opposition Morales fehlende Loyalität gegenüber der bolivianischen Ärzteschaft vor, weil er sich in Kuba behandeln lässt. Zum anderen wurden Parallelen zur Erkrankung des ehemaligen venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez (1954-2013) gezogen, der sich auch in Kuba hatte behandeln lassen. Erst mit Verzögerung war seine onkologische Erkrankung bekannt geworden, an der Chávez am 5. März 2013 verstarb.

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