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13.03.2017 Bolivien / Politik

Bolivien: Präsident Evo Morales muss zur Tumor-OP nach Kuba

Präsident von Bolivien, Evo Morales

Präsident von Bolivien, Evo Morales

Quelle: AlejandroVN
Lizenz: CC by 2.0

La Paz/Havanna. Boliviens Präsident Evo Morales wird nach Angaben kubanischer und bolivianischer Medien nach einer medizinischen Erstbehandung zu einer Operation nach Kuba zurückkehren müssen. Bei dem Eingriff im April müsse ein gutartiges Geschwür an seinen Stimmbändern entfernt werden. Entsprechend äußerten sich der Staatschef selbst sowie mehrere Minister seines Kabinetts.

Morales war Anfang des Monats zu einer dringenden medizinischen Behandlung nach Kuba gebracht worden. Die Entscheidung sei "auf ärztlichen Rat" erfolgt, informierte Präsidialamtschef René Martínez. Morales habe seit Wochen unter einer schweren Entzündung im Bereich des Kehlkopfes gelitten, hieß es von dieser Seite zunächst. Am vergangenen Mittwoch sei er daraufhin in ein Krankenhaus in der kubanischen Hauptstadt gebracht worden. Kubas Gesundheitssystem gehört zu den besten Lateinamerikas, zahlreiche Staats- und Regierungschefs lassen sich in dem sozialistischen Karibikstaat behandeln.

Vor seiner Abreise aus Kuba sagte Morales gegenüber dem halbstaatlichen kubanischen Nachrichtenportal cubadebate.cu, er stelle sich auf einen umkomplizierten Eingriff ein, der nach Angaben der behandelnden Ärzte nur 15 Minuten dauern werde.

Boliviens Verteidigungsminister Reyme Ferreira sagte, es gebe keinen Grund zur Beunruhigung, weil es sich nicht um einen bösartigen Tumor handele. Nach Angaben von Boliviens Gesundheitsministerin Ariana Campero handelt es sich um einen "sehr kleinen, gutartigen Tumor (...) von rund zwei Millimetern im Larynx", dem Verschlussapparat zwischen Luftröhre und Speiseröhre.

Campero bat darum, sich nicht an Spekulationen um den Gesundheitszustand des Präsidenten zu beteiligen. Morales sei "guter Dinge" und befolge die ärztlichen Anweisungen.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Kuba unterzeichnete Morales ein Gesetz, mit denen die Anbauflächen für Koka-Pflanzungen zum traditionellen und landesinternen Gebrauch fast verdoppelt werden sollen. Mit der Novelle können bis zu 22.000 Hektar statt bisher 12.000 Hektar mit den Büschen bepflanzt werden. Koka wird vor allem von der indigenen Bevölkerung Boliviens traditionell konsumiert und hat zunächst nichts mit der aus den Blättern synthetisierten Droge Kokain zu tun. Die Regierung von Präsident Morales hat sich in den vergangenen Jahren wiederholt vehement gegen die Kriminalisierung des Anbaus gewehrt.

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