DruckversionEinem Freund senden
03.03.2017 Bolivien / Soziales / Wirtschaft

Bolivien weitet legale Koka-Anbaufläche um 10.000 Hektar aus

Vertragsparteien nach der Einigung über den Anbau von Koka in Bolivien

Vertragsparteien nach der Einigung über den Anbau von Koka in Bolivien

La Paz. Die bolivianische Regierung hat sich mit den Verbänden der Kokabauern geeinigt, die legale Obergrenze für den Koka-Anbau auf 22.000 Hektar auszuweiten. Die Übereinkunft soll das bisher geltende Koka-Gesetz aus dem Jahr 1988 ersetzen, das in zwei Zonen des Landes – Yungas und Chapare – den legalen Anbau von höchstens 12.000 Hektar für den lokalen Markt erlaubt. Das neue Gesetzesprojekt muss noch vom Abgeordnetenhaus und dem Senat gebilligt werden. Die Zustimmung beider Parlamentskammern gilt als wahrscheinlich.

Nach wochenlangen Spannungen kamen beide Seiten überein, dass Koka künftig im Departement La Paz (Yungas) auf 14.300 Hektar sowie im tropischen Tiefland von Cochabamba (Chapare) auf 7.700 Hektar als Nahrungsmittel und Medizin, zu spirituellen und Forschungszwecken angebaut werden darf. Das Abkommen betont die Koka-Pflanze als kulturelles Erbe.

Die verschiedenen Anbauverbände haben der Einigung nach harten Verhandlungen und Aktionen öffentlichen Drucks zugestimmt, in denen sie der Regierung jüngst eine nochmalige Anhebung um 2.000 Hektar abgerungen hatten. Anders als in der Region Yungas gibt es im Chapare-Tiefland immer wieder politische Spannungen und Unruhen wegen der illegalen Herstellung von Kokain und dem Export der Droge. Der Anbau, Verarbeitung und Transport des Kokas in Bolivien werden zur Verhinderung illegaler Drogenproduktion strikt durch die staatlichen Stellen überwacht.

Für die indigenen Völker Boliviens, Perus und Kolumbiens ist Koka seit Jahrtausenden eine heilige Pflanze, deren Kauen den Hunger lindert, der Höhenkrankheit vorbeugt und das Atmen auf großer Höhe erleichtert, wach hält und gegen vielerlei Schmerzen hilft – nur so leisten Bergbauern in den Anden in tausenden Meter Höhe ihre harte Arbeit. Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2013 auf Drängen Boliviens die traditionelle Koka-Nutzung in Bolivien anerkannt und eine Ausnahme von der UN-Betäubungsmittelkonvention zugelassen, die jeglichen Koka-Konsum verbietet.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...

14.01.2013 Nachricht von Benjamin Beutler
20.08.2015 Nachricht von Vilma Guzmán
22.06.2015 Nachricht von Serena Pongratz
21.09.2014 Nachricht von Denis Mainka