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05.05.2017 Brasilien / Politik

Brasiliens Ex-Präsident Lula in Wahlumfragen bei 30 Prozent

Temer ist unbeliebtester Politiker Brasiliens. Lula werden gute Chancen für Präsidentschaftswahl im Jahr 2018 vorhergesagt
Brasiliens ehemaliges Staatsoberhaupt (links) mit dem verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro

Brasiliens ehemaliges Staatsoberhaupt (links) mit dem verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro

Lizenz: CC by 3.0

Brasília. Der ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva steht wegen Korruption vor Gericht. Unterdessen nimmt seine Beliebtheit im Volk weiter zu. Die Umfragewerte des brasilianischen Ex-Präsidenten sind erneut gestiegen. Als Präsidentschaftskandidat bei den Wahlen im kommenden Jahr würde er laut der Umfrageagentur Datafolha eine Zustimmung zwischen 29 und 31 Prozent erhalten. Damit läge er um gut 20 Prozent vor der zweitbeliebten Kandidatin, Marina Silva, die bei den letzten Präsidentschaftswahlen Dritte geworden war.

Laut der Ergebnisse der Datafolha-Umfrage vom 30. April lehnen 65 Prozent aller Brasilianer den aktuellen Inhaber der Präsidentschaft Michel Temer ab. Nur 9 Prozent bewerten ihn positiv. 71 Prozent kritisieren seine Reformen. Damit ist Temer der unbeliebteste Politiker in der Geschichte Brasiliens. Am Rande einer Veranstaltung in Rio Grande do Sul kritisierte Ex-Präsident Lula da Silva den amtierenden Präsidenten mit der Aussage, dass eine Nation nicht von jemanden repräsentiert werden könne, "der nicht regieren kann, die Volksseele nicht versteht, nicht seine tiefen Wurzeln kennt".

In dieser Rede nahm Lula auch Bezug auf die Operation "Lava Jato", als dessen Opfer er sich betrachtet. Der brasilianische Ex-Präsident und frühere Arbeiterführer sagte, er werde vom Gericht nicht wegen Korruption angeklagt, sondern für seine Art zu regieren. Am Schluss seiner Rede zitierte er Fidel Castro: "Die Geschichte wird mich freisprechen".

Am 10. Mai wird der Prozess gegen den Ex-Präsidenten in Curitiba fortgesetzt. Der Oberste Bundesgerichtshof führt zudem Ermittlungen gegen weitere 74 Politiker und Funktionäre, die im Verdacht stehen, in den Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Mineralölkonzern Petrobrás verwickelt zu sein. Die Liste der Verdächtigen in dem als Operation "Lava Jato" bekannten Fall umfasst auch acht Minister der Regierung von De-facto-Präsident Temer sowie 24 Senatoren, 40 Bundesabgeordnete, drei Gouverneure und einen führenden Funktionär des Bundesrechnungshofes.

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