UN-Sicherheitsrat besucht Kolumbien

sicherheitsrat_uebergangszone_kolumbien.jpg

Vertreter des UN-Sicherheitsrates trafen mit Farc-Kommandanten und -Guerilleros in einer Übergangszone in La Meta zusammen
Vertreter des UN-Sicherheitsrates trafen mit Farc-Kommandanten und -Guerilleros in einer Übergangszone in La Meta zusammen

Bogotá. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) hat vergangene Woche Kolumbien besucht, um sich vom Stand des Friedensprozesses zu überzeugen. Bei dem dreitägigen Aufenthalt haben sich Vertreter der fünf ständigen und zehn nichtständigen Mitglieder des Rates mit Präsident Juan Manuel Santos und einigen Kabinettsmitgliedern getroffen. Zentrales Thema waren Fortschritte und Probleme bei der Umsetzung des Abkommens zwischen der Regierung und den Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc).

Dabei haben sich die UN-Delegieren klar für den Friedensprozess ausgesprochen und Kolumbien ihre volle Unterstützung zugesichert. Auch wenn der Prozess Schwierigkeiten und Rückschläge zu verzeichnen habe, sei es die Pflicht des Sicherheitsrates die Kolumbianer zu unterstützen, betonte der UN-Botschafter Uruguays und Leiter der Mission, Elbio Roselli. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass der vereinbarte Zeitplan eingehalten werde.

In den vergangenen Wochen ist es immer wieder zu Verzögerungen und gegenseitigen Vorwürfen zwischen Regierung und Farc gekommen. Einer der Streitpunkte ist die Übergabe aller Waffen der Guerilla an die Vereinten Nationen, welche bis Ende Mai abgeschlossen sein soll. Bisher wurden nur 1.000 der insgesamt 7.000 bei den UN registrierten Waffen übergeben. Umgekehrt steht die Regierung in der Kritik, weil sie unter anderem die Freilassung inhaftierter Farc-Mitglieder verzögert und Sicherheitsgarantien nicht erfüllt.

Während ihres Aufenthalts trafen sich die UN-Botschafter auch mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und mit führenden Mitgliedern der Farc. Zudem besuchten sie die Übergangszone La Reforma im Departement Meta, in der die UN arbeiten.

Die Vereinten Nationen sind seit 2016 mit einer Beobachtermission in Kolumbien aktiv, die den Waffenstillstand beobachter und den Entwaffnungsprozess mit der Guerilla leitet. Präsident Santos verkündete, dass eine Folgemission geplant sei, die die weitere Umsetzung des Friedensvertrages begleiten soll.

Überschattet wurde der Besuch durch die am 3. Mai bekanntgewordene Entführung eines UN-Mitarbeiters im Departement Guaviare, mutmaßlich durch eine abtrünnige Einheit der Farc. Santos versprach eine schnelle Befreiung des Mannes, der für das Büro der UN für Drogen- und Verbrechensbekämpfung arbeitet.

In den nächsten Wochen wird der Sicherheitsrat einen Bericht zum Besuch in Kolumbien verfassen.

Wenn Sie über diesen Artikel mitdiskutieren wollen, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion auf unserer Facebook-Seite oder folgen Sie einfach diesem Link
Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr