DruckversionEinem Freund senden

70 Staaten diskutieren in Dominikanischer Republik Chancen und Risiken der Digitalisierung

Übergabe Präsidentschaft AICESIS

Agripino Nuñez Collado (zweiter von links) übergibt Präsidentschaft der AICESIS an Iacob Baciu (zweiter von rechts)

Quelle: ces.org.do

Santo Domingo. In der Hauptstadt der Dominikanischen Republik haben sich Vertreter aus über 70 Ländern, die sich in der Internationalen Vereinigung der Wirtschafts- und Sozialräte und ähnlicher Institutionen (AICESIS) zusammengeschlossen haben, zu ihrer jährlich stattfindenden Hauptversammlung getroffen. Im Mittelpunkt stand dabei die Destabilisierung der Arbeitsmärkte aufgrund der digitalen Revolution. Außerdem übergab der bisherige Präsident Agripino Nuñez Collado aus der Dominikanischen Republik das Amt an den Rumänen Iacob Baciu.

Baciu setzte insbesondere die "digitale Revolution" auf die Agenda des Treffens. Deren Einfluss auf die Arbeitsmärkte und damit auch auf die Arbeitnehmer dürfe nicht unterschätzt werden und bedeute ein relativ hohes Risiko für die Mitgliedsländer. Man war sich auf dem Treffen einig darüber, einen Runden Tisch zu etablieren, um Chancen wie Risiken, die sich aus der Digitalisierung ergeben, herauszuarbeiten und zu diskutieren. Die Entwicklung dürfe nicht verschlafen werden, da man sonst mit Arbeitsplatzverlusten und vielfältigen negativen Folgen für die Sozialsysteme rechnen müsse. Viele traditionelle Berufe würden in Zukunft durch digitale und automatisierte Prozesse und Maschinen ersetzt werden.

Außerdem müssten Arbeitnehmer digital grundsätzlich besser ausgebildet werden. Der Umgang mit neuen Technologien sei von immenser Bedeutung, um in gewissen Branchen nicht den Anschluss zu verlieren. Allen voran älteren Arbeitnehmern ab 50 geht diese Qualifikation oftmals ab, so der neue Präsident. Er legte aber auch auf die Tatsache wert, dass sich ebenso unverhoffte Chancen aus der Digitalisierung ergeben könnten. Er sprach dabei von einer grundsätzlichen Verbesserung der Transparenz demokratischer Prozesse und der Möglichkeit einer breiteren Bürgerbeteiligung. Außerdem erwähnte er als weitere positive Auswirkung einen generellen erhöhten Zugang zu Informationen und eine verbesserte medizinische Versorgung.

Bei der AICESIS handelt es sich um eine Vereinigung von Ländern aus Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika, die 1999 gegründet wurde und ihren Sitz in Brüssel hat. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind der soziale Dialog und die Diskussion über die Ausdehnung von Prozessen der partizipativen Demokratie. Aber auch der Austausch und die Beratung in Fragen arbeitsrechtlicher Grundlagen und Menschenrechte bilden einen Teil. So steht insbesondere die wirtschaftliche, soziale und ökologische Ungleichheit der verschiedenen Nationalökonomien bei der Zusammenarbeit im Mittelpunkt.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...