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25.09.2017 Kolumbien / Menschenrechte

Soldaten ermorden Bauer in Kolumbien

Das Bataillon 8 hat im Süden Kolumbiens das Feuer gegen die Zivilbevölkerung eröffnet und einen Menschen getötet

Das Bataillon 8 hat im Süden Kolumbiens das Feuer gegen die Zivilbevölkerung eröffnet und einen Menschen getötet

Cali. Soldaten der kolumbianischen Streitkräfte haben am vergangenen Freitag im Department Cauca einen Bauern erschossen und zwei Indigene durch Schüsse lebensgefährlich verwundet. Die etwa 50 Soldaten eröffneten im Morgengrauen auf rund 400 Bauern und Indigene das Feuer, als diese sich der Truppeneinheit näherten, um den Verbleib zweier ohne Haftbefehl von den Soldaten festgenommenen indigenen Mitglieder der lokalen Bauernorganisation aufzuklären.

Die Soldaten waren zuvor in eine Finca eingedrungen und hatten dort zwei Menschen verschleppt. Als die Anwohner der Gemeinde den Verbleib aufklären wollten, reagierte das Militär ohne Ankündigung mit dem Einsatz von Schusswaffen. Dabei wurde José Alberto Torijano aus nächster Nähe erschossen und Jonathan Alexander Hernández Guevara sowie Gonzalo Iquinas Perdomo schwer verwundet. Torijano war Koordinator der lokalen Bauernorganisation und Mitglied der landesweiten linken Basisorganisation Marcha Patriótica. Die beiden Verwundeten waren Mitglieder der Gemeinde.

Der Vertreter des Bürgermeisters, Víctor Salas, trat kurz darauf am Ort der Auseinandersetzung ein und forderte lediglich die Bauern und Indigenen auf, sich zu entfernen und das Militär abziehen zu lassen. Die Beteiligten berichten, dass sie die Einheit als Bataillon 8 unter Befehl von Coronel Castro identifizieren konnten. Der Nachrichtensender Caracol hingegen meldete, dass der Bauer in einer "chaotischen Auseinandersetzung zu Tode gekommen sei" und zitiert das Militär mit der Behauptung: "Die Demonstranten griffen mit Waffen an, um die Einheit an der legitimen Ausführung ihrer legalen Aufgaben zu hindern".

Menschenrechtsorganisationen fordern nun, dass dieses Verbrechen aufgeklärt wird und nicht straflos bleibt. Laut aktuellen Berichten herrscht in Kolumbien für Verbrechen des Staates eine Aufklärungsrate von weniger als fünf Prozent, über 90 Prozent aller Taten bleiben ohne Urteile.

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