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24.09.2017 Kuba / Politik

Trotz US-Blockade: Hilfslieferungen aus aller Welt erreichen Kuba

Anfang September zog der Hurrikan Irma durch die Karibik und zerstörte auch auf Kuba Teile der Infrastruktur und Gebäude

Anfang September zog der Hurrikan Irma durch die Karibik und zerstörte auch auf Kuba Teile der Infrastruktur und Gebäude

Lizenz: Public Domain

Havanna. Nach dem Hurrikan "Irma" treffen in Kuba weiterhin Hilfslieferungen aus aller Welt ein, um die Bevölkerung mit dringend benötigten Waren zu versorgen. Erschwert werden Spendenlieferungen indes von der US-Blockade gegen den sozialistischen Karibikstaat, die zu Kontensperrungen führt. Dessen ungeachtet traf zuletzt eine Hilfslieferung aus Venezuela ein, die von Präsident Nicolás Maduro persönlich in Kuba angenommen und an den Amtskollegen Kubas, Raul Castro, übergeben wurde.

Bisher haben neben Venezuela auch große Länder wie Russland, China, Vietnam und Japan Hilfe geleistet. Aber auch kleinere Länder wie die Dominikanische Republik, Surinam, Ecuador und Bolivien haben Kuba Unterstützung zukommen lassen. Aus Europa kamen Güter im Wert von rund 200.000 Euro.

Die kubanische Regierung hat zur Bewältigung der Krise inzwischen ein Spendenkonto eingerichtet. Nachdem unter anderem die Leiterin des Instituts für Sexualerziehung, Mariela Castro, diese Kontoverbindung auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht hatte, wurde die Seite beim sozialen Netzwerk kurzzeitig gesperrt. Erst nach Protesten entschuldigte sich Facebook und gab Mariela Castros Seite wieder frei.

In einer Presseerklärung kritisierte die deutsche Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba indes, dass die niederländische ING-Bank sich geweigert hat, eine Spende an Kuba zu überweisen. Geldüberweisungen in Länder wie Kuba, Syrien, den Iran und den Sudan würden nicht vorgenommen, hieß es seitens der ING. Hintergrund solcher Verhaltensweise seien die immer noch geltenden Blockadegesetze der USA gegen Kuba. In der Vergangenheit wurden immer wieder auch europäische Banken wegen Finanzbeziehungen zu Kuba zu hohen Strafen verurteilt.

Durch den Hurrikan Irma sind Kuba große materielle Schäden entstanden. Für den Wiederaufbau von Gebäuden und der Wiederinstandsetzung der Infrastruktur benötigt das Land ausländische Hilfe.

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