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Spar-Handelskette versorgt staatlichen Supermarkt in Kuba

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Spar-Produkte im Supermarkt Imago in Cienfuegos, Kuba
Spar-Produkte im Supermarkt Imago in Cienfuegos, Kuba

Cienfuegos/Havanna. Die weltweit agierende Handelskette Spar hat in der kubanischen Stadt Cienfuegos die Belieferung eines staatlichen Devisengeschäfts übernommen. Der renovierte und modern eingerichtete Supermarkt wurde Anfang des Monats von Vertretern der Provinzverwaltung feierlich eröffnet, wie lokale Medien berichten. In den letzten Monaten hat der kubanische Staat zahlreiche neue Verträge mit internationalen Handelskonzernen geschlossen, die ihre Produkte inzwischen vielerorts auf der Insel vertreiben.

Der Supermarkt Imago in der Provinzhauptstadt Cienfuegos verkaufte früher "von allem ein bisschen", erklärte seine Leiterin, Tania Llanes Flores, gegenüber der Lokalpresse. Nach der Sanierung werden die Produkte von der Handelskette Spar aus Spanien geliefert. Das staatliche Handelsunternehmen Cimex bleibt jedoch weiterhin der Betreiber, und auch der alte Name bleibt erhalten.

Für die Kunden sollen damit vor allem die Qualität und Auswahl der Produkte steigen und auch die Versorgungsstabilität verbessert werden. "Ein schöner Laden mit großer Auswahl", kommentierte eine der ersten Kundinnen nach der Wiedereröffnung. Doch es gab auch heftige Kritik, vor allem am hohen Preisniveau, das der Kuba-Spar mit den anderen staatlichen Devisenläden gemeinsam hat. Einige der Produkte seien "lächerlich teuer". So kostet eine Flasche Olivenöl der Spar-Eigenmarke beispielsweise 5,30 CUC, etwa 4,20 Euro. Einige der Preise seien "höher als in den reichsten Städten des Planeten."

Auch andernorts haben in letzter Zeit internationale Unternehmen Fuß gefasst. So öffnete der südkoreanische Elektrokonzern Samsung im Juni 2017 in Havannas Stadtteil Playa sein erstes Geschäft. Die Modefirma Mango betreibt inzwischen einen Laden im Einkaufsbereich des neu eröffneten Luxushotels Manzana Gómez in Havannas Altstadt. Dort können Luxusprodukte internationaler Marken erworben werden. Seit Anfang des Jahres vertreibt auch die spanische Handelskette El corte inglés ihre Produkte in zwei Lebensmittelmärkten der kubanischen Hauptstadt.

Seit dem Ende der Sowjetunion betreibt Kuba ein staatliches Netz aus Devisenläden, welches das Angebot der Bodegas (kleinere Geschäfte für Artikel des Grundbedarfs) ergänzt. Auch die Handelskette Spar zählt schon länger zur festen Lieferantenliste der staatlichen Importfirmen. In den letzten Jahren kamen jedoch viele neue Verträge hinzu, die das Angebot im Einzelhandel stabilisieren sollen. Neben den hohen Preisen zählen Sortimentslücken und das ständig wechselnde Angebot zu den größten Kritikpunkten der Bevölkerung am Einzelhandelsnetz.

Vor allem in Havanna und Cienfuegos werden derzeit einige der neue Vertriebs- und Liefermodelle mit den Handelskonzernen getestet. Zuletzt eröffnete im Oktober 2017 ein neues Haushaltswarengeschäft unter dem Namen Agua y Jabón (Wasser und Seife) in Cienfuegos, das exklusiv von der italienischen Handelskette Italsav beliefert wird. Firmenvertreter Nicolás Oleaga Herrera erklärte damals: "Alle Produkte stammen aus der Europäischen Union und unterliegen hohen Qualitätsstandards". Zudem habe die Firma die Sanierung des Ladenlokals übernommen.

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