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08.05.2018 Kolumbien / Politik

Kolumbien: Regierung und Farc-Partei ziehen Bilanz über Friedensprozess

Vertreter der Regierung von Kolumbien, der Farc, des Csivi und Begleiter des Friedensprozesses trafen sich am Samstag in Cartagena

Vertreter der Regierung von Kolumbien, der Farc, des Csivi und Begleiter des Friedensprozesses trafen sich am Samstag in Cartagena

Cartagena. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos und Mitglieder des Parteivorstandes der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes (Farc) haben bei einer Zusammenkunft mit der Kommission zur Begleitung, Förderung und Überprüfung des Friedensvertrages (Csivi) eine Bilanz der Umsetzung der Vereinbarungen des Abkommens vom November 2016 gezogen. Als internationale Repräsentanten der Csivi waren auch José Mujica und Felipe González anwesend, die früheren Staatschefs von Uruguay und Spanien. Außerdem nahmen Vertreter der Überprüfungsmission der Vereinten Nationen in Kolumbien und der Garantenstaaten Kuba und Norwegen teil.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte der Farc-Vorsitzende Rodrigo Londoño mit, man habe die Probleme identifiziert und beschlossen "mit den Kräften in Kolumbien und begleitet von der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um die Umsetzung der Vereinbarungen dynamischer zu gestalten". Die Farc-Delegierten hätten über die Hindernisse bei der Wiedereingliederung der früheren Guerillakämpfer in das Zivilleben berichtet. Auch habe man die Angriffe angeprangert, denen die Partei ausgesetzt sei. Dazu gehöre vor allem die Rechtsunsicherheit für die Parteimitglieder, wie insbesondere der Fall Jésus Santrich zeige, der am 9. April wegen angeblichen Drogenhandels verhaftet wurde und an die USA ausgeliefert werden soll (Amerika21 berichtete).

Gegenüber der Presse gab Präsident Santos bekannt, dass die Csivi von nun an eng mit der Kolumbianischen Agentur für Reintegration, dem Vizepräsidenten Óscar Naranjo, der Außenministerin María Ángela Holguín und der Handelsministerin María Lorena Gutiérrez zusammenarbeiten werde, um die Wiedereingliederung der Ex-Guerilleros zu beschleunigen. Auf Twitter erklärte er: "Wir wussten, dass es schwierig wird, dass wir viele Gegner und Hindernisse haben werden. Es wird noch mehr Schwierigkeiten, noch mehr Herausforderungen geben, aber gemeinsam werden wir Kolumbianer sie überwinden".

Uruguays früherer Präsident zeigte sich indes sehr besorgt über die "enormen Schwierigkeiten, die sich bei der Entwicklung der Umsetzung des Friedensvertrages ergeben". Er habe den Eindruck, "dass es eine mächtige Gruppe gibt, die gegen den Friedensprozess arbeitet. Das ist gefährlich für Kolumbien und unser ganzes Amerika".

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