Ecuador / Umwelt

Ausschreitungen verschärfen Diskussion um Bergbau in Ecuador

conaie_ecuador_bergbau.jpg

Die Polizei in Ecuador versucht den Zugang zu den Goldminen zu verhindern
Die Polizei in Ecuador versucht den Zugang zu den Goldminen zu verhindern

Cuenca, Ecuador. In Molleturo fordern seit vergangener Woche Bewohner verschiedener Gemeinden den sofortigen Rückzug des Projektes Río Blanco des chinesischen Bergbauunternehmens Junefield/Ecuagoldmining South America S.A., das Gold auf knapp 5.700 Hektar fördert. Sie protestieren damit gegen die Verschmutzung von Wasser und die Auswirkungen auf das Ökosystem, die sie auf die Bergbauaktivitäten des Unternehmens zurückführen. Insbesondere prangern die sie "die jahrelange Untätigkeit der nationalen, regionalen und lokalen Behörden" an.

In einer Mitteilung der Gemeindemitglieder heißt es: "An erster Stelle ist das Bergbauunternehmen verantwortlich für diesen Konflikt, das mit korrupten Strategien und sozialer Spaltung gegen den Willen der Gemeinde sein Projekt durchzusetzen versucht. An zweiter Stelle die Regierungen von Rafael Correa und Lenín Moreno, weil sie ihrer Verantwortung nicht gerecht wurden und im schlimmsten Fall sogar Komplizen waren, statt die Rechte der Gemeinde sicherzustellen."

Nachdem die Protestierenden zunächst den Zugang zu dem Lager des Unternehmens blockiert hatten, gelang es ihnen, in dieses einzudringen. Dort setzten sie einige Einrichtungen und Zugänge in Brand. Vertreter von Ecuarunari, Ecuadors Organisation für die Kichwa-Indigene, und der indigene Dachverband Conaie reisten daraufhin nach Cuenca, um ihre Unterstützung zu signalisieren.

Mitglieder von Ecuarunari behaupteten, dass der Präsident der Organisation, Yaku Perez Guartambel, und zwei weitere Mitglieder von Arbeitskräften des Bergbauunternehmens bedroht wurden. Auf dem Weg nach Rio Blanco seien die Reifen ihres Wagens von den Angreifenden zerstochen und gedroht worden, das Fahrzeug in Brand zu setzen. Die Organisation sprach zudem von einer Entführung: drei Männer waren sieben Stunden ihrer Freiheit beraubt. Die Regierung stationierte Polizisten und Militärkräfte in Molleturo.

Das Bergbauministerium wies "die gewaltsamen Protesten sowie jegliche Drohung, öffentliches oder privates Eigentum zu zerstören" entschieden zurück. Umweltminister Tarsicio Granizo beschrieb die Situation als "beunruhigend".

In ihrer Pressemitteilung vom 9. Mai forderte Conaie die Regierung auf, "die Unterdrückung von Protestierenden zu unterlassen", die sich für ihre Rechte und die Natur einsetzten. "Der soziale Kampf ist der Weg unsere Rechte und unsere Territorien zu verteidigen", heißt es darin weiter. Das Versprechen des Präsidenten, keine Bergbau-Konzessionen mehr zu vergeben, bleibe unerfüllt. Paul Jarrín, der Sprecher der Gemeindemitglieder, gab sich entschlossen: Bis zum Rückzug von Ecuagoldmining würden die Proteste fortgeführt.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr