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02.08.2018 Mexiko / Menschenrechte

387 Feminizide in erster Jahreshälfte 2018 in Mexiko

Frauen protestieren gegen die alltägliche geschlechtsbezogene Gewalt

Frauen protestieren gegen die alltägliche geschlechtsbezogene Gewalt

Mexiko-Stadt. Die geschlechtsbezogene Gewalt gegen Frauen ist in Mexiko anhaltend hoch. Bereits in den ersten sechs Monaten sind auf nationaler Ebene 387 Fälle verzeichnet worden, die der offiziellen Klassifikation von Feminiziden entsprechen. Besonders die Zahl der minderjährigen Mädchen unter den Opfern ist so hoch wie nie.

Das Sistema Nacional de Seguridad Pública (SNSP) des mexikanischen Innenministeriums veröffentlichte vor wenigen Tagen einen Bericht, aus dem die Zahl der offiziellen Feminizide seit Jahresbeginn bis einschließlich Juni des aktuellen Jahres hervorgeht. Demnach sterben in Mexiko pro Tag durchschnittlich zwei und im Monat 64 Frauen in Folge geschlechtsbezogener Gewalt. Im vergangenen Mai wurden auf nationaler Ebene innerhalb nur eines Monats 56 Feminizide gezählt. Im Juni lag der Wert bereits bei 70 weiblichen Todesopfern und somit nur knapp unter dem bisher monatlichen Höchstwert von 71 Feminiziden im April.

Die meisten Morde an Frauen in der ersten Jahreshälfte auf regionaler Ebene fanden in den Bundesstaaten México (36), Veracruz (36), Nuevo León (30), Chihuahua (28), Guerrero (25) sowie Mexiko-Stadt (22) und Sinaloa (21) statt. Die Städte Ciudad Juárez, Culiacán und Chihuahua zählen hingegen die meisten Feminizide auf kommunaler Ebene. Besonders minderjährige Mädchen werden seit Jahresbeginn verstärkt Opfer dieser Gewalttaten. So kamen bis einschließlich Juni insgesamt 38 Mädchen aufgrund ihres Geschlechts ums Leben. Laut des SNSP handle es sich bei diesem Wert um den bislang höchsten seit Beginn der Aufzeichnungen von entsprechenden Statistiken im Jahr 2015.

Laut der offiziellen Zahlen des SNSP soll zudem ein leichter Rückgang von sexueller Belästigung und sexuellen Missbrauchs gegenüber Frauen sowie der häuslichen und der Gewalt innerhalb von Beziehungen in Mexiko zu beobachten sein. Die unzähligen weiblichen Todesopfer geschlechtsbezogener Gewalt und der steigende Trend der Feminizide lassen jedoch vermuten, dass auch die zweite Jahreshälfte ähnlich hohe Werte mit sich bringen wird.

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