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08.08.2018 Kolumbien / Politik

Rechtskonservativer Duque ist neuer Präsident von Kolumbien

Neuer Präsident von Kolumbien: Iván Duque

Neuer Präsident von Kolumbien: Iván Duque

Bogotá. In Kolumbien hat der Rechtskonservative Iván Duque am Dienstag das Präsidentenamt übernommen. Seinen Amtseid legte der 42-jährige und somit jüngste Präsident in der Geschichte des südamerikanischen Landes vor dem Kongressgebäude in der Hauptstadt Bogotá ab. Zehn lateinamerikanischen Staats- und Regierungschefs waren zu der Amtseinführung angereist, die meisten aus rechtsgerichteten Staaten. Eine Präsenz Kubas und Venezuelas bei der Zeremonie hatte der Politiker von vornherein explizit ausgeschlossen. Auch aus anderen linksregierten Staaten waren aber keine hochrangigen Vertreter anwesend. Duque gehört der rechtskonservativen Partei Demokratisches Zentrum (Centro Democrático, CD) des vormaligen Hardliner-Präsidenten Álvaro Uribe an.

In seiner Antrittsrede sprach der Präsident von einer "neuen Generation, die ohne Hass und Rachegefühle regieren" werde. Er wolle die politische Spaltung des Landes mit einer Politik des Dialogs überwinden. Duque ging auch auf die jüngsten politischen Morde ein, die vor allem soziale Aktivisten betrafen. Er erwähnte "die Morde an mehr als 300 Gemeindesprechern" in den vergangenen Jahren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ in Berlin verlauten, sie freue sich auf eine "Fortsetzung und Intensivierung unserer vertrauensvollen Zusammenarbeit" mit der kolumbianischen Führung. Die CDU-Politikerin lobte die "mutigen Schritte, die Kolumbien in den letzten Jahren zur inneren Befriedung unternommen hat". Die Wortmeldung aus Berlin war ein deutliches politisches Zeichen: Zum jüngsten Mordversuch an Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hatte die deutsche Bundesregierung keine Stellung genommen.

Begleitet wurde die Amtseinführung Duques von massiven Protesten der starken linken Opposition unter Führung des unterlegenen Kandidaten Gustavo Petro. Sein Bündnis Humanes Kolumbien (Colombia Humana) ging in Bogotá und zahlreichen weiteren Städten auf die Straße. Die linke Opposition befürchtet ein Wiedererstarken der politischen Gewalt und ein Ende der Friedensprozesse mit der Guerilla.

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