Nicaragua / Politik / Medien

Nicaragua: Journalisten fordern Berufsethos in den Medien

nicaragua-marcha-edit_mini.jpg_1718483347.jpg

In Nicaragua nahmen tausende Menschen landesweit an Aktionen "für den Frieden und gegen die Gewalt" teil
In Nicaragua nahmen tausende Menschen landesweit an Aktionen "für den Frieden und gegen die Gewalt" teil

Managua. Journalisten in Nicaragua haben für eine wahrheitsgemäße Berichterstattung und Respekt des journalistischen Berufsethos demonstriert. Hintergrund ist die schwere politische soziale Krise des Landes, in der auch Medien massiv polarisiert berichten. Die Teilnehmer einer Kundgebung trafen sich am "Platz des Journalisten" in Managua, um auf die gesellschaftliche und politische Bedeutung ihres Berufs aufmerksam zu machen. 

"Die Demokratie braucht einen gut funktionierenden Journalismus, um die Meinungsvielfalt zu garantieren. Eine Gesellschaft benötigt einen ehrlichen, kritischen Dialog, der ohne einen objektiven, neutralen Journalismus nicht stattfinden kann", hieß es seitens der Teilnehmer. Vertreter der Berufsgemeinschaft kritisierten die wachsende Gefahr der Falschinformationen im Pressewesen, die zu einem Verlust an Glaubwürdigkeit führten.

"Ohne Vertrauen der Bevölkerung in die Informationen, die durch die Journalisten verbreitet werden, verlieren wir die Grundlage unseres Berufs", sagte ein Journalist. Er kritisierte, dass zahlreiche Kollegen die gesamte Berufssparte in Gefahr brächten.

Gerade in Bezug auf die Entwicklung der letzten Monate in Nicaragua habe es eine enorme Medienmanipulation gegeben, hieß es weiter. Dadurch sei das Land international in ein schlechtes Licht gerückt worden.

Die Teilnehmer kritisierten auch, dass diese Praktiken den fundamentalen Prinzipien des Journalismus widersprechen. Dennoch sei in den letzten Monaten zu beobachten gewesen, wie einzelne Berufsvertreter und Medien die teilweise gewaltsamen Proteste gegen die Regierung von Präsident Daniel Ortega unterstützt haben. "Falschinformationen sprechen die Gefühle der Menschen an, sie schüren oft Hass und Empörung und können zu Gewalt führen", so einer der Teilnehmer.

Die versammelten Pressemitarbeiter versicherten, dass sie sich für den Frieden und die Aussöhnung in Nicaragua einsetzen. Sie unterstützen damit entsprechende Forderungen, die am 6. September auf einer regierungsnahen Massendemonstration im Zentrum von Managua erhoben wurden. Mehrere zehntausend Menschen sprachen sich dabei für ein Ende der Gewalt und die Bestrafung aller Gewalttäter aus.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr