Venezuela erhöht Goldproduktion, USA sanktionieren

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In der Produktionsanlage "Sarrapia" im venezolanischen Bundesstaat Bolívar
In der Produktionsanlage "Sarrapia" im venezolanischen Bundesstaat Bolívar

Caracas. Die venezolanische Regierung hat der Öffentlichkeit Maßnahmen zur Entwicklung der Goldindustrie vorgestellt, die die Einnahmen des Landes für das kommende Jahr um fünf Milliarden Dollar steigern sollen. Erst einen Tag zuvor hatte die US-Regierung neue Sanktionen verhängt, die US-Bürgern jeden Handel mit Venezuela im Goldbereich verbieten.

Mit einer Rede im Beisein seines Wirtschaftskabinetts gab Präsident Nicolás Maduro an seinem Amtsitz Miraflores die Zertifizierung von 32 Feldern für den Abbau des Edelmetalls und die Installation von 54 neuen Verarbeitungsanlagen bekannt. Der Präsident hob hervor, dass die Produktionsanlagen mit neuer Technologie ausgestattet würden, um den umweltschädlichen Einsatz von Quecksilber bei der Goldscheidung zu vermeiden. Neben dem Ziel eines ökologisch nachhaltigen Programms gehöre auch der Kampf gegen illegalen Goldabbau zu den wichtigen Aspekten, so Maduro.

Einen Tag vor dem Auftritt des venezolanischen Präsidenten nahm die US-Regierung die neuen Einnahmemöglichkeiten des südamerikanischen Landes vorweg und verkündete die Ausweitung der einseitigen Wirtschaftssanktionen auf den Goldhandel. US-Sicherheitsberater John Bolton teilte im Rahmen einer Rede am Miami Dade College mit, dass Präsident Donald Trump ein Dekret unterzeichnet habe, das es jedem Bürger der USA verbietet, am Handel mit venezolanischem Gold teilzunehmen.

Bolton verkündete die neuen Strafmaßnahmen mit einer bemerkenswert aggressiven Wortwahl gegen die aus Washingtons Sicht lateinamerikanischen Widersacher. Er bezeichnete Venezuela, Kuba und Nicaragua als "Dreieck der Tyrannei". Bolton warf den drei Nationen vor, Leid und regionale Instabilität zu verursachen. Die Vereinigten Staaten hofften, dass "jede Ecke des Dreiecks fallen" werde.

Maduro beantwortete Boltons Äußerungen während einer Fernsehansprache. "Alles deutet darauf hin, dass Venezuela die zweitgrößten Goldreserven auf dem Planeten Erde hat", sagte der Präsident und fügte hinzu, dass das Land das Notwendige tun werde, um die Einschränkungen zu umgehen, die die Einfuhr von Medikamenten und Lebensmitteln verhindern würden.

Unter den Bedingungen der Sanktionen bezahle Venezuela beim Einkauf nötiger Lebensmittel "am Ende 50, 60 oder 80 Prozent mehr", so Maduro. Und er fuhr fort: "Dies sind verrückte, schizophrene, kriminelle Sanktionen", aber Venezuela werde sich nicht beugen und "sich niemals dem nordamerikanischen Imperialismus ergeben".

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