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Neue Apps sollen Digitalisierung in Kuba vorantreiben

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Webportal des neuen Instant-Messenger toDus in Kuba
Webportal des neuen Instant-Messenger toDus in Kuba

Havanna. Kubas Informatikuniversität (Universidad de las Ciencias Informáticas, UCI) hat neue Softwareanwendungen vorgestellt, mit denen Antworten auf die Digitalagenda des Landes gegeben werden sollen. Neben der neu entwickelten Suchmaschine RedCuba – speziell für kubanische Inhalte – ist darunter auch ein eigens für die Insel entwickelter Messenger- und App-Store.

ToDus kann für Kubaner künftig das Teilen von Inhalten und Nachrichten mit Freunden und Familien deutlich vereinfachen. Der von der UCI entwickelte Messenger wird sich im Rahmen spezieller Nutzungspläne der Mobildaten optimal verwenden lassen, so die Entwickler. Die bisher gebräuchlichen Messenger wie Facebook, WhatsApp und imo haben häufig einen wenig optimierten Datenverbrauch. Mit der Streamingplattform Picta soll erstmals ein zentrales heimisches Tool für audiovisuelle Inhalte geschaffen werden. Auch die Programme der Fernsehsender sollen bald über den Dienst angeboten werden. Mit dem weiteren Ausbau des Digitalfernsehens, der auch interaktive Inhalte mit sich bringt, soll der Streamingdienst dann bis in die Wohnzimmer der Insel gelangen.

Mit RedCuba existiert nun eine Suchmaschine, die auf Inhalte des kubanischen Intranets spezialisiert ist. Damit soll neben der günstigen Recherche über das Intranet auch der Zugang zu Bürgerportalen der Gemeinden erleichtert werden. Um künftig alle heimisch entwickelten Apps zentral zu zertifizieren, soll mit der Plattform Apklis ein kubanischer Appstore aufgebaut werden, der Zugriff auf alle kubanischen Anwendungen ermöglicht.

Kuba arbeitet derzeit am Ausbau des Internetzugangs mittels mobilem Datennetz. Nach mehreren Testläufen im Sommer soll das Angebot zeitnah an den Start gehen. Mit Nauta hogar sind seit 2017 auch private Anschlüsse in rund einem Viertel der Haushalte möglich. Im Rahmen der Digitalisierung verspricht sich die Regierung auch künftig Behördengänge durch die Einführung digitaler Verwaltung und Bürgerportalen im Netz deutlich vereinfachen zu können. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte mehrfach, dass die Digitalisierung des Landes und die Verbesserung der Internetversorgung eine Priorität seiner Regierung ist.

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