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Hafenarbeiter in Chile streiken für bessere Arbeitsbedingungen

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Hafenarbeiter im chilenischen Valparaíso im Streik. "Der chilenische Staat lässt uns im Stich. Wir haben Hunger"
Hafenarbeiter im chilenischen Valparaíso im Streik. "Der chilenische Staat lässt uns im Stich. Wir haben Hunger"

Valparaíso. Nach 26 Tagen Streik der Hafenarbeiter im chilenischen Valparaíso hat am Dienstag die erste Verhandlungsrunde mit der Hafenbetriebsgesellschaft Terminal Pacífico Sur (TPS) stattgefunden. Die Verhandlungen sollen weitergehen.

Seit fast einem Monat haben die Arbeiter des Hafens in Valparaíso die Arbeit stillgelegt. Sie fordern mehr Arbeitssicherheit, bessere Schichteinteilung und höhere Löhne. Es geht dabei hauptsächlich um Arbeiter der Hafenbetriebsgesellschaft Terminal Pacífico Sur (TPS). Auch Arbeiter der Agencia Marítima Aconcagua (Agmac) haben sich dem Streik angeschlossen. Der Arbeitskampf zog sich in die Länge, weil die Hafenbetriebsgesellschaft in den vergangenen Wochen keinerlei Reaktion auf die Forderungen zeigte. Die Polizei ging täglich gewaltsam mit Tränengas und Wasserwerfen gegen die Streikenden vor.

"Die Unternehmer haben lieber Millionen von Dollar verloren, als sich mit uns an den Verhandlungstisch zu setzen und diesen Konflikt zu lösen. Wir haben seit drei Wochen kein Einkommen. Die Unternehmer wollen uns mit dem Hunger brechen, aber wir werden diesen Kampf weiterführen. Es geht hier um unsere Würde", so die streikenden Hafenarbeiter in einer öffentlichen Erklärung.

An der ersten Verhandlungsrunde nahmen die Führer von drei Gewerkschaften teil. TPS stimmte dem Treffen nur zu, weil ihre Bedingung erfüllt wurde, den Zugang zum Hafen für die nicht streikenden Arbeiter zu öffnen.

Am Freitag war Raúl Celis Montt, der Präsident der staatlichen Hafenbetriebsgesellschaft Empresa Portuaria de Valparaíso (EPV), zurückgetreten. Sein Posten wurde von Raimundo Cruzat Correa übernommen. Der zurückgetretene Celis hatte sich geweigert zuzugeben, dass TPS den Konzessionsvertrag nicht einhielt. Der neue Präsident Cruzat sagte gestern zur Presse: "Der Verhandlungstisch hat zum Ziel, gemeinsam an der Lösung dieses Konflikts zu arbeiten."

Der Hafen in Valparaíso ist der zweitwichtigste Handelshafen des Landes nach San Antonio. Etwa 30 Prozent des Außenhandels Chiles werden darüber abgewickelt. "Unsere Regierung glaubt an den Dialog als Form der Konfliktlösung und dieses Treffen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wir hoffen, dass sich der Konflikt lösen lässt, der Valparaíso und dem ganzen Land schadet", sagte Verkehrsministerin Gloria Hutt am Dienstag.

Auch Hafenarbeiter in San Antonio, Bío Bío, San Vicente, Talcahuana und Huachipato schlossen sich dem Streik für einige Stunden an, um Solidarität mit den Kollegen in Valparaíso zu zeigen.

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