Chile / Militär

Verfassungsgericht in Chile stoppt Korruptionsermittlungen gegen Ex-General Oviedo

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Während der 2. Amtszeit von Präsidentin Michelle Bachelet war Oviedo Oberbefehlshaber der chilenischen Streitkräfte
Während der 2. Amtszeit von Präsidentin Michelle Bachelet war Oviedo Oberbefehlshaber der chilenischen Streitkräfte

Santiago. Das chilenische Verfassungsgericht hat die Ermittlungen gegen den ehemaligen Oberbefehlshaber der Streitkräfte (2014 bis 2018), Humberto Oviedo, eingestellt. Gegen Oviedo laufen mehrere Korruptionsverfahren, unter anderem wegen der Veruntreuung öffentlicher Mittel.

Oviedo war erst am 25. Juni 2019 festgenommen worden, da er sich einer Befragung durch die Ermittlungsrichterin zum Fall verweigerte. Daraufhin ordnete diese seine Ingewahrsamnahme an, woraufhin er für fünf Tage in Untersuchungshaft ins Gefängnis der Militärpolizei in Peñalolen in Santiago de Chile gebracht wurde. Dort sitzt auch ein anderer ehemaliger Oberbefehlshaber der Armee, Juan Miguel Fuente-Alba Poblete, der dieses Amt von 2010 bis 2014 inne hatte. Fuente-Alba ist dort seit dem 19. Februar 2019 in Untersuchungshaft.

Dem früheren Oberbefehlshaber Oviedo wird vorgeworfen, insgesamt fast sechs Millionen US-Dollar veruntreut zu haben. Er soll diese aus für das Militär vorgesehen Töpfen abgezweigt haben. Fuente-Alba soll insgesamt mehr als 6,5 Millionen US-Dollar veruntreut haben, die er unter anderem für Luxusautos und -immobilien ausgegeben haben soll. Darüber hinaus wird gegen beide im Fall "Tourismusagentur" ermittelt, bei dem es um erhöhte Spesenabrechnungen für Auslandsreisen geht. Oviedo soll dabei für jeden Tag auf Auslandsreisen 1.000 US-Dollar veranschlagt und empfangen haben.

Korruption im Militär hat Tradition in Chile. Augusto Pinochet, der sich 1973 an die Macht putschte und das Land in einer 17 Jahre dauernden blutigen Militärdiktatur beherrschte, häufte in dieser Zeit ein Vermögen von mehr als 28 Millionen US-Dollar an, indem er sich an Haushaltsmitteln bereicherte. Dafür verwendete er verschiedene Identitäten und mehr als 125 Bankkonten (Amerika21 berichtete).

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