Kuba / Menschenrechte

Erste Trans-Ehe auf Kuba geschlossen

kuba_ramses-y-dunia-se-casan-transgenero.jpg

Am 16. Juli wurde in Havanna das erste transsexuelle Paar Kubas getraut
Am 16. Juli wurde in Havanna das erste transsexuelle Paar Kubas getraut

Havanna. In Kuba hat das erste transsexuelle Paar geheiratet. Dies gab das Zentrum für Sexualerziehung (Cenesex) bekannt. In einer Pressemitteilung vom Dienstag erklärte das Institut, dass "die Eheschließung im Rahmen der geltenden kubanischen Gesetze erfolgte, da beide Ehepartner bei ihrer Geburt als männlich bzw. weiblich registriert wurden, auch wenn dies heute nicht mehr ihrer geschlechtlichen Identität entspricht". Es handle sich um ein "herausragendes Ereignis", bei dem erstmals durch das Justizministerium, dem die Standesämter unterstehen, die freie Wahl der geschlechtlichen Identität anerkannt wurde.

Das frisch vermählte Paar ist Mitglied eines nachbarschaftlich organisierten Verbands von Transsexuellen in Havanna, der eng mit dem Institut zusammenarbeitet. Wie der Sprecher der Gruppe, Liam Duran Cardona, erklärte, werde die Ehe ein "landesweites Vorbild für alle Transpersonen sein, die rechtliche Unterstützung suchen".

Die Nachricht wurde in den sozialen Netzwerken sowie innerhalb der LGBT-Community auf Kuba begrüßt. Die Eheschließung sei ein „außerordentliches Beispiel für Gleichheit und Schutz vor Diskriminierung“, meinten einige Kommentatoren. Andere brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass auch bald Personen des selben Geschlechts auf Kuba heiraten dürfen. Die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ist eine langjährige Forderung der kubanischen LGBT-Bewegung. Das staatliche Sexualaufklärungszentrum Cenesex kämpft seit Jahren für die vollständige rechtliche Gleichstellung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen auf der Insel. Seit dem Jahr 2000 wird das Institut von Mariela Castro, der Tochter des ehemaligen Kubanischen Präsidenten Raúl Castro, geleitet.

Im Rahmen der Volksaussprache zu Kubas neuer Verfassung sprach sich im Herbst die Mehrheit der rund neun Millionen Beteiligten gegen die Einführung gleichgeschlechtlicher Ehen aus. Die neue Konstitution bietet jedoch mit der Definition der Ehe als "zwischen zwei Personen" bereits die notwendige rechtliche Grundlage für die "Ehe für alle". Bis April 2021 soll auf Kuba ein neues Familiengesetz verabschiedet werden, das im Rahmen einer Volksaussprache beraten werden soll und die Frage nach der Öffnung der Ehe regelt.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr