Erfolg für Indigene in Ecuador: Bohrerlaubnis in Teilen des Amazonas zurückgenommen

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Vertreter des Dachverbandes Confeniae geben eine Pressekonferenz
Erfolg für den Dachverband Confeniae: Im Block 79 darf demnächst kein Öl mehr gefördert werden.

Quito. Nach einem jahrelangen Konflikt über Ölbohrungen im Amazonasgebiet hat das ecuadorianische Energieministerium bekanntgegeben, keine weiteren Bohrungen im sogenannten Block 79 mehr zu erlauben. Diese 158.000 Hektar große Konzession befindet sich in der Provinz Pastaza. Man reagiere damit auf die Bitte des mit den Arbeiten beauftragten Konzerns Andes Petroleum, der als Begründung die anhaltenden Proteste der vergangenen Monate nannte.

Für den Dachverband der indigenen Völker des ecuadorianischen Amazonas (Confederación de Nacionalidades Indígenas de la Amazonía Ecuatoriana, Confeniae) ist der Bohrstopp nach eigenen Angaben ein historischer Erfolg im Kampf um die Verteidigung ihrer Territorien. Allerdings widersprach dessen Präsident Marlon Vargas in einer Pressemitteilung der Darstellung der Regierung. Es habe nicht nur in den letzten Monaten Proteste, sondern vielmehr von Beginn an Widerstand seitens der Indigenen gegen das Projekt gegeben. Weiterhin forderte er auch einen sofortiges Ende der Ölförderung im benachbarten Block 83. Dort herrschten die gleichen Bedingungen, somit sei es nicht verständlich, warum dort weiter gedrillt werden dürfe.

Miriam Cisneros, Vertreterin des Volkes der Sarayaku, gab auf einer Pressekonferenz bekannt, dass man momentan eine Klage vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte vorbereite. Ziel sei es, ein Urteil umzusetzen, dass den ecuadorianischen Staat verpflichtet, 1.400 Kilogramm Sprengstoff aus den betroffenen Gebieten zu entfernen. Diese waren auf Grund der bevorstehenden Ölexploration verteilt worden. 

Die aktuelle Auseinandersetzung offenbart einmal mehr den Konflikt zwischen der ecuadorianischen Regierung auf der einen und den indigenen Völkern auf der anderen Seite. Neben einer generellen Ablehnung von Eingriffen in die Natur, die von den Indigenen als Pachamama (Mutter Erde) verehrt wird, richtet sich ihre Kritik auch auf die fehlende Entwicklung der betroffenen Kommunen. Die Dachverbände der indigenen Völker verfügen über einen großen Einfluss in Ecuador und hatten einen bedeutenden Anteil an den Protesten gegen die neoliberale Politik der Regierung Lenín Morenos im vergangenen Oktober.

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