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Internationale Konferenz über Agroökologie in Kuba

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Teil der Konferenz waren auch Besuche bei  umweltfreundlichen Agrarbetriebe
Teil der Konferenz waren auch Besuche bei umweltfreundlichen Agrarbetriebe

Artemisa/Havanna.  In den westlichen Provinzen Kubas, Havanna, Artemisa und Mayabeque, ist die "VII. Konferenz für Agrarökologie, nachhaltige Landwirtschaft und kooperative Bewegung" durchgeführt worden. Im Laufe der Veranstaltung wurde den über 200 Teilnehmern aus 31 Ländern die Arbeit in kubanischen Agrargenossenschaften vorgestellt.

Panels widmeten sich unter anderem Themen wie Familienbetriebe, Umwelt, Ernährungssicherheit, Agrobiodiversität, Ernährungssouveränität und Einbeziehung von Jugendlichen und Frauen in die Agrarökosysteme. Damit sollte der inhaltliche Austausch innerhalb der umweltfreundlichen Bewegungen der Landwirtschaft gefördert werden. Aus jedem der teilnehmenden Länder wurden die jeweiligen spezifischen Praktiken und Erfahrungen vorgestellt. Die größten Delegationen kamen aus den USA und Puerto Rico. Außerdem nahmen Mitglieder der internationalen Bauernbewegung Vía Campesina teil, der auch die kubanische Nationale Vereinigung der Kleinbauern (ANAP) angehört, sowie zahlreiche weitere bäuerliche Organisationen.

Wichtiger Bestandteil des Konferenzprogramms waren Besuche umweltfreundlicher Agrarbetriebe wie La Chatarra in der Provinz Artemisa. Er gehört dem jungen Landwirt Antonio Cardero, dessen Umstieg auf einen biologischen, umweltfreundlichen Agrarbetrieb für ihn "mit einer Änderung meiner eigenen Vision davon, was ein Bauernhof ist", begann. Von einer kleinen Parzelle ausgehend, entwickelte er ein Verständnis von einem ganzheitlichen Agrarsystem. "Ich verstand, dass der Verzicht auf Agrochemikalien nicht ausreicht", betonte Cardero. Ein völlig anderes System müsse aufgebaut werden, "das auf dem Verständnis und der Bewirtschaftung der lokalen Ressourcen sowie der natürlichen Kreisläufe von Energie, Wasser und Nährstoffen basiert", so der Bauer. Gemeinsam mit seinem Bruder ist es ihm gelungen, 70 verschiedene Nutzpflanzen auf weniger als einem Hektar Fläche zu kultivieren, darunter Mangos, Avocados, Cashewnüsse, Zitronen und Passionsfrüchte. Außerdem züchten die beiden Geflügel, Ziegen und Schweine. La Chatarra ist einer von vierzig umweltfreundlichen Betrieben, die – organisiert von der ANAP – besucht wurden.

In der Abschlusserklärung der Konferenz sind sich deren Teilnehmer darin einig, dass Ernährungssouveränität ein Mittel ist, um der aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Krise entgegenzuwirken. Verursacht werde sie durch die vorherrschenden neoliberalen und konsumorientierten Modelle. Diese führten zu einem wahllosen Einsatz von Agrochemikalien, zu Monokultur, Landnahme, Großbesitz und Naturschäden.

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