Brasilien / Politik

Brasilien: Mehrheit befürwortet laut Umfrage Freiheit von Lula

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Die Freilassung von Lula, hier kurz danach mit Anhängern in Curitiba, befürwortet laut einer Umfrage eine Mehrheit in Brasilien
Die Freilassung von Lula, hier kurz danach mit Anhängern in Curitiba, befürwortet laut einer Umfrage eine Mehrheit in Brasilien

São Paulo. Eine jüngste Meinungsumfrage hat gezeigt, dass 54 Prozent der Brasilianer die Freilassung ihres Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva als gerecht empfinden. Lula hatte zuvor 580 Tage lang eine Haftstrafe abgesessen. Seine Verurteilung wegen Korruption und Geldwäsche war hoch umstritten und wird von seinen Anhängern und internationalen Beobachtern als politisch motiviert angesehen. Er war erst am 8. November aus der Haft entlassen worden, da nach einer Verurteilung in erster Instanz nicht alle Rechtsmittel ausgeschöpft worden waren.

Laut der aktuellen Umfrage von Datafolha, durchgeführt am 5. und 6. Dezember unter 2.948 Brasilianern aus 176 über das Land verstreuten Gemeinden, befürwortet die Mehrheit der Brasilianer Lulas Freiheit. 42 Prozent der Befragten sehen seine Entlassung aus dem Gefängnis kritisch. Fünf Prozent enthielten sich.

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Hintergrund der Befragung ist, dass der Politiker der brasilianischen Arbeiterpartei PT rund fünf Wochen nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis in Curitiba einen herben Rückschlag erlitten hat. Ende November hat ein brasilianisches Berufungsgericht in Porto Alegre seine Verurteilung bestätigt und seine Strafe wegen Korruption und Geldwäsche auf 17 Jahre Haft verlängert. Lula soll Baufirmen mit staatlichen Aufträgen begünstigt haben, die im Gegenzug ein von seiner Familie genutztes Landhaus in Atibaia, im Bundesstaat São Paulo, renoviert haben.

Lula sieht sich als Opfer einer Verschwörung. Er weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet sie, wie auch international eine Vielzahl von Experten und Politikern, als politisch motiviert. Lulas Anwalt, Cristiano Zanin Martins, sagte, man habe über Lula als Feind ein Urteil gefällt: „Die Wurzel allen Übels liegt in der Abwesenheit eines gerechten, unparteiischen und unabhängigen Urteils für Lula“, so Zanin Martins.

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