Venezuela: Präsident Maduro legt Rechenschaftsbericht 2019 vor

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Sieht die Wirtschaft des Landes auf einem guten Weg: Venezuelas Präsident Maduro, hier nach seiner Rede an die Nation
Sieht die Wirtschaft des Landes auf einem guten Weg: Venezuelas Präsident Maduro, hier nach seiner Rede an die Nation

Caracas. In seiner Jahresbotschaft an die Nation hat Venezuelas Präsident Nicolás Maduro am 14. Januar Akzente für Veränderungen in Produktion, Verwaltung und Wirtschaft gesetzt. Seine Rede vor der verfassungsgebenden Versammlung (ANC) fand im Kontext einer gewissen Stabilisierung der Wirtschaftsdaten der letzten Monate statt. Die immer noch sehr hohe Inflationsrate ging leicht zurück, in den Supermärkten gibt es wieder alle Waren des Grundbedarfs, die Erdölproduktion stieg leicht an. Die Dollarisierung des Handels schreitet voran, während die Kryptowährung Petro als neue venezolanische Währung in der Binnenwirtschaft an Vertrauen gewinnt und dieses Jahr auch in internationalen Rohstoffverkäufen kursieren soll.

"Wir haben im vergangenen Jahr eine Steigerung der Ölproduktion um 230.000 Barrel geschafft und können auf eine Million kommen. Für das Jahr 2020 haben wir zwei Millionen Barrel zum Ziel gesetzt", so Maduro. Er bat dabei die Arbeiter des Erdölsektors um ihren entschlossenen Einsatz, damit dieser nationale Reichtum der Bevölkerung zugute kommen könne.

Der Staatschef kündigte außerdem an, dass eine Million Tonnen Eisen in Petros verkauft würden als Teil der Verbreitung dieser Kryptowährung. Des Weiteren sprach er sich für neue Finanzmechanismen aus, um den Export zu fördern und Importe von “nicht essentiellen Gütern” einzuschränken. Auch ein Zusammenschluss aller Kreditportfolien stehe auf dem Programm. Das werde Herstellern den Zugang zu Krediten erleichtern, wenn sie sich am Plan zur Produktionssteigerung beteiligten. Priorität sei dabei, die inländische Lebensmittelproduktion so weit zu verbessern, dass man von Importen und damit von externen Angriffen auf die Ernährungssicherheit des Landes unabhängig werde.

"Die staatlichen Dienstleistungen wie Strom, Telefon, Wasser, Gas, öffentlicher Verkehr, Benzin, Ernährung, Gesundheit und Wohnen werden fast zu 100 Prozent subventioniert. Sie müssen verbessert werden”, forderte der Präsident. Außerdem würden sie von nun an mit dem Petro finanziert. Gleichzeitig werde man einen “Krieg gegen Schlamperei, Korruption und den elitären Bürokratismus" führen: "Ich sage diesen Beamten: Entweder sie ändern das, oder sie müssen gehen."

Zum Schluss seiner Rede lud Maduro die internationale Öffentlichkeit ein, die kommenden Parlamentswahlen im Land zu beobachten. Gleichzeitig nahm er jedoch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und deren umstrittenen Generalsekretär Luis Almagro davon aus. Gegenwärtig wird der OAS vorgeworfen, entscheidend zum Putsch in Bolivien beigetragen zu haben (amerika21 berichtete).

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