Kolumbien: Wieder ehemaliges Farc-Mitglied Opfer eines Attentats

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Darío Herrera
Darío Herrera wurde am Dienstag in Antioquia ermordet

Ituango. Am Dienstag ist in Kolumbien wieder ein ehemaliges Mitglied der demobilisierten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc-EP) von Unbekannten ermordet worden. Das Attentat richtete sich gegen Darío Herrerra und wurde in Ituango, im nördlichen Verwaltungsbezirk Antioquia begangen. Dort befand sich Herrera in einer Wiedereingliederungs-Maßnahme. Wie die Farc-Partei bestätigte, sei Herrera auf dem Weg zum nahegelegenen Ort zur Schulung und Wiedereingliederung "Roman Ruiz" gewesen.

Sowohl die Farc als auch der Bauernverband vom nördlichen Toledo in Antioquia verurteilten die Tat scharf. In Mitteilungen auf ihren Twitter-Kanälen baten sie erneut um Hilfe und Schutz des Lebens von ehemaligen Guerilla-Angehörigen. Der Bauernverband fragte, ob das fortwährende Töten jetzt die Zukunft sei, weil die Vereinbarungen des Friedensvertrags nicht effektiv umgesetzt werden.

Genauso sieht es die Farc-Partei und erklärte in ihrem Tweet, es zeige sich, dass Vereinbarungen aus dem Friedensabkommen nicht eingehalten werden, denn es gebe keinerlei Schutzmaßnahmen. Entsprechend heißt es in der Mitteilung der Partei, die am Tag der Gewalttat an die Regierung ging: Es müssten Maßnahmen getroffen werden, die Schutz bieten und das Erreichen des Friedens ermöglichen.

Sergio Marín, Kongressmitglied der Farc-Partei in Bogota, forderte den Präsidenten des Landes, Iván Duque, auf, seine Pflicht zu tun und das Leben der Unterzeichner des Friedensvertrags zu schützen.

Herrera gehörte im Jahr 2016 in Havanna zu den Unterzeichnern des Friedensvertrags zwischen der kolumbianischen Regierung und der Farc-Guerilla. Er ist bereits das fünfte Opfer eines Attentats in diesem Jahr, dass die Farc zu beklagen hat. Insgesamt sind seit der Unterzeichnung des Abkommens etwa 180 ehemalige Farc-Mitglieder umgebracht worden.

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