Vielversprechende Forschung gegen Virus SARS-Cov-2 in Kuba

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Kubas Biotechnologie- und Pharmaindustrie arbeitet mit Hochdruck an Medikamenten gegen den Coronavirus SARS-Cov-2
Kubas Biotechnologie- und Pharmaindustrie arbeitet mit Hochdruck an Medikamenten gegen den Coronavirus SARS-Cov-2

Havanna. Die Mitarbeiter der kubanischen Unternehmensgruppe Biotechnologie und Pharmazeutische Industrie (Biocubafarma) arbeiten derzeit intensiv an der Bekämpfung der Corona-Pandemie und treiben die Forschung in verschiedene Richtungen voran. Sie konzentrieren sich dabei auf die Entwicklung von Medikamenten zur Stärkung des Immunsystems gefährdeter Menschen, auf Medikamente mit antiviraler Wirkung und solche, die den Tod schwer oder kritisch kranker Patienten verhindern sollen. Derzeit arbeitet Biocubafarma an 15 Projekten zur Vorbeugung und Bekämpfung von Covid-19, der durch das neuartige Coronavirus SARS-Cov-2 verursachten Krankheit.

Dr. Eduardo Martinez, Präsident der staatlichen Biocubafarma erklärte, in den letzten Wochen seien zwei Medikamente, die das Immunsystem stärken, in das Protokoll für den Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 aufgenommen worden: Biomodulin und Transferfaktor. Außerdem wird eine Variante von Interferon zur nasalen Anwendung hergestellt, die präventiv zum gleichen Zweck eingesetzt werden soll. Zugleich werden bereits zwei Breitband-Impfstoffe geprüft, um das Immunsystem von Menschen zu stimulieren, die für Virusinfektionen anfällig sind.

Rita María García, Direktorin für Betrieb und Technologie des Unternehmens, sagte, man habe sich darauf vorbereitet, über ausreichend Rohstoffe, Vorräte und Ersatzteile zu verfügen, um die in der aktuellen epidemiologischen Krise erforderlichen Mengen herstellen zu können. Das muss trotz der Beschränkungen durch die US-Blockade gegen Kuba erreicht werden. Das antivirale rekombinante Interferon alpha 2B ist ein führendes Produkt der kubanischen Biotechnologie. Es wird im Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) und im kubanisch-chinesischen Joint Venture ChangHeber in China hergestellt, wo es vorbeugend an gefährdete Mitarbeiter des Gesundheitswesens und an Covid-19-Patienten verabreicht wird.

Derzeit werden in Kuba sechs klinische Studien zur Behandlung von Covid-19-Patienten durchgeführt, sechs zur prophylaktischen Anwendung in getrennten Risikogruppen, zwei Diagnostik-Kits und medizinische Geräte (künstliche Beatmungsgeräte), sagte Rolando Perez, Direktor für Wissenschaft und Forschung bei Biocubafarma. Er erläuterte, dass die körpereigenen Abwehrkräfte die "erste Frontlinie" gegen eine Ansteckung seien und das Immunsystem eine Schlüsselrolle im Verlauf der Krankheit spiele. Daher zielten die meisten Produkte, an denen die kubanischen Spezialisten arbeiten, darauf ab, dieses zu stärken, um Komplikationen und die Schwere des Krankheitsverlaufs zu mindern und sogar den Tod zu verhindern.

Das oben erwähnte Medikament Biomodulin habe sich bei erkrankten Menschen als wirksam erwiesen, indem es den Verlauf von Covid-19 hin zu schweren Stadien verhindert habe, sagte Gerardo Guillen, Direktor für biomedizinische Forschung am CIGB. Die Arznei werde besonders für gefährdete Gruppen wie Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke oder Personen mit geschwächtem Abwehrsystem von Vorteil sein.

Dies sei sehr wichtig, da zum ersten Mal eine Pandemie durch die Anwendung von Isolationsmaßnahmen kontrolliert werde, ein Großteil der Bevölkerung für das Virus empfänglich sei, aber nicht damit in Kontakt komme. Wenn die derzeitige Krise vorbei sei, könnten daher neue Ansteckungsfälle auftreten.

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