Kuba / Soziales

Corona-Hilfe aus Kuba für Honduras, Katar und Argentinien

Medizinische Delegation erreicht Katar

Medizinische Delegation aus Kuba erreicht Katar
Eine medizinische Delegation aus Kuba hat vor einigen Tagen Katar erreicht

San Pedro Sula/Dukhan. In den letzten Tagen sind Mediziner aus Kuba in Honduras und Katar eingetroffen. Damit steigt während der Corona-Pandemie die Zahl der im Ausland tätigen kubanischen Spezialisten auf rund 2.000 in über 20 Delegationen an. Bereits am Sonntag war eine Gruppe in San Pedro Sula in Honduras gelandet, bestehend unter anderem aus Virologen, Epidemiologien und Intensivmedizinern. Sie werden die Krankenhäuser im Norden des Landes unterstützen. Der honduranische Vize-Gesundheitsminister Dr. Roberto Consenza begrüßte die Mediziner und betonte, dass sein Land "sehr dankbar sei für die enorme Geste der Bruderschaft durch Kuba, welches bereit ist, seine humanitäre Hand zu reichen".

Am Mittwoch vergangener Woche erreichte zudem eine Delegation mit 200 Fachkräften Dukhan in Katar. Sie sollte nach einer kurzen Quarantänezeit ihre Arbeit aufnehmen. Dr. Abdullatif Al Khal, Co-Vorsitzender des Nationalen Komitees zur Pandemievorbereitung, erklärte dazu, dass man positive Erfahrungen mit kubanischen Fachpersonal gemacht habe: "Die kubanischen Ärzte sind exzellent und Kuba ist ein befreundetes Land, das Katar seine Hand reicht".

Für Mitte Mai ist zudem eine weitere Abordnung mit über 200 Experten nach Argentinien geplant. Gesundheitsministerin Gines González García bestätigte, dass die kubanischen Mediziner etwas zum Gesamtsystem beitragen könnten, jedoch nicht an der "Frontlinie" eingesetzt würden. Wichtige Entscheidungen würden nicht von ihnen getroffen, betonte sie. Sie sollen vor allem auf dem Land eingesetzt werden, wo die Lage besonders schwierig ist. Die Maßnahme, kubanische Ärzte ins Land zu holen, war in sozialen Netzwerken auf Widerstand getroffen. Aus Oppositionskreisen wird dies abgelehnt, man solle zunächst argentinische Ärzte aus dem Ausland zurückholen, sagte beispielsweise die ehemalige Sicherheitsministerin Patricia Bullrich. Kritik wurde auch aus Medizinkreisen laut: Es sei zu vermuten, dass die "Qualität der Behandlung" darunter leiden werde.

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Unterdessen muss Kuba weiterhin mit den Auswirkungen der US-Blockadepolitik kämpfen. Beatmungsgeräte werden nicht geliefert und medizinisches Equipment aus den USA stärker sanktioniert. Am Montag hatte Frankreichs Parlamentsvorsitzender André Chassaigne dazu aufgerufen, die Blockade außer Kraft zu setzten. Er bezeichnete sie als "inakzeptabl und mörderisch" und hob die herausragende Solidarität Kubas in der Bewältigung der Pandemie in Italien und Andorra hervor. Am Wochenende hatte eine zweite kubanische Hilfsdelegation im italienischen Turin ein Notfallkrankenhaus eingeweiht.

Unterstützung erhält Chassaigne unter anderem von vietnamesischer und russischer Seite. Premierminister Nguyen Xuan Phuc bekräftigte, dass die vietnamesische Bevölkerung an der Seite Kubas sei, "um die Härten der Blockade abzumildern". Russlands Außenminister Sergei Lawrow wies auf die völlig konträren Herangehensweisen der USA und Kubas zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie hin: Während Kuba medizinisches Personal in über 60 Ländern bereitstelle, verhinderten die USA die Lieferung von medizinischer Ausrüstung an den Inselstaat und beschlagnahme selbst Material, das für andere Länder bestimmt sei. Anfang April war Russland mit einer Resolution im UN-Sicherheitsrat gescheitert, alle unilateralen Sanktionen im Kampf gegen Covid-19 abzuschaffen.

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