Kuba / Soziales

Corona in Kuba: Kurs auf Null Neuinfektionen

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Inselweit führen Mediziner bei Hausbesuchen Tests durch (Screenshot)
Inselweit führen Mediziner bei Hausbesuchen Tests durch (Screenshot)

Havanna. Kubas Pandemie-Maßnahmen greifen: Laut dem britischen "EndCorona"-Ranking erzielt die Insel zusammen mit Vietnam, Südkorea, China und 28 weiteren Ländern den weltweit größten Erfolg bei der Bekämpfung des Virus. Deutschland steht in der mittleren Gruppe.

Auf Kuba wurden insgesamt 1.881 Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet, 1.505 sind genesen, 79 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Von den 295 Erkrankten befinden sich nach Angaben des Leiters der Abteilung für Epidemiologie im Gesundheitsministerium, Francisco Durán, 286 in einem stabilen Zustand. Vier Tage in Folge habe es in Kuba keine weiteren Todesfälle durch Covid-19 gegeben, sagte Durán bei seiner Pressekonferenz am Samstag.

Präsident Miguel Díaz-Canel mahnte abermals, gerade jetzt nicht locker zu lassen. Bis mindestens Ende Mai bleiben die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung voll in Kraft, Grenzen und Schulen geschlossen. Zur Isolierung lokaler Infektionshotspots wurden Quarantänezonen eingerichtet, deren Anzahl jedoch insgesamt von 44 auf 24 zurückging. Laut aktuellen Prognosen des Gesundheitsministeriums wird die Zahl der Neuinfektionen bis Ende Mai gegen Null gehen.

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Am stärksten betroffen ist weiterhin die Hauptstadt Havanna mit 48 Prozent aller diagnostizierten Erkrankungen, gefolgt von Villa Clara und Matanzas.

Die Eindämmung des Virus entwickelt sich weiterhin entlang des "Best-case"-Szenarios. Die vom Institut für Tropenmedizin in Havanna (IPK) berechnete Reproduktionszahl (R) liegt seit dem 26. April im Mittel deutlich unter 1, das heißt ein Infizierter steckt durchschnittlich weniger als eine weitere Person an. Zwei Monate nach Ausbruch von SARS-CoV-2 auf Kuba konnte das Infektionsgeschehen damit weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Nach den Prognosen des IPK könnte die Anzahl der Neuinfektionen bis Ende des Monats gegen Null gehen. Gesundheitsminister José Angel Portal Miranda warnte jedoch davor, die erst kürzlich verlängerten Maßnahmen vorzeitig zu lockern. Länder die dies taten, hätten mit Rückfällen zu kämpfen gehabt.

Zur Behandlung von Covid-19 sind unterdessen weitere antivirale Medikamente auf der Insel in der Erprobung. Neben den Eigenentwicklungen Interferon Alpha-2B und der experimentellen Immuntherapie CIGB-2020 testet Kuba derzeit das HIV-Medikament Kaletra, das eine Kombination der Präparate Lopinavir und Ritonavir darstellt. Darüber hinaus prüft das Gesundheitsministerium auch den Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir zusammen mit Azithromycin, der zur Behandlung der gewöhnlichen Grippe eingesetzt wird. Sowohl Kaletra als auch Oseltamivir könnten in größerer Stückzahl auf Kuba selbst hergestellt werden.

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