Internationale Kampagne: Friedensnobelpreis für Kubas Ärzte-Brigade Henry Reeve

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Ärzte der Brigade Henry Reeve sind im italienischen Turin im Einsatz gegen die Corona-Pandemie
Ärzte der Brigade Henry Reeve sind im italienischen Turin im Einsatz gegen die Corona-Pandemie

Paris/ Berlin/New York/Mexiko-Stadt et al. Zeitgleich kommt in verschiedenen Ländern die Idee auf, dass die kubanische Brigade Henry Reeve für Einsätze in Katastrophengebieten den diesjährigen Friedensnobelpreis verdient hätte. Dieses Ansinnen verdichtete sich nun in einer Forderung an das norwegische Friedensnobelpreiskomitee und findet derzeit über mehrere Kanäle immer mehr Unterstützung.

In den verschiedenen Begründungen heißt es, dass die Brigade derzeit mit 26 Arbeitsgruppen in 24 Ländern gegen Covid-19 im Einsatz sei. Demnach habe sie bisher 26.080 Patienten behandelt und 976 Menschen das Leben gerettet.

Das internationale Kontingent von medizinischem Personal, das auf Katastrophensituationen und schwere Epidemien spezialisiert ist, war 2005 von Fidel Castro ins Leben gerufen worden und hat seither mehr als 3,5 Millionen Menschen in 21 Ländern akute Katastrophenhilfe geleistet. Aufsehen erregte der Einsatz gegen die Ebola-Pandemie in Westafrika 2014-2015, als die Brigade dort mit mehr als 400 Ärzten und Gesundheitspersonal im Einsatz war. Die Brigade Henry Reeve ist nur ein Teil des erfolgreichen kubanischen Gesundheitssystems, das vom Gesundheitsministerium koordiniert wird und mehr medizinisches Fachpersonal ins Ausland entsandt hat als die gesamte Weltgesundheitsorganisation (WHO).

In einer Erklärung des Netzwerk Cuba in Deutschland, das diese Initiativen mit ihren 42 Mitgliedsgruppen aktiv unterstützt, heißt es: "All das leistet Kuba trotz der seit 1962 währenden US-Blockade, die völkerrechtswidrig ist und zahlreiche Rechtsgrundsätze verletzt. Sie verursacht in Kuba enorme Schäden und behindert die Weiterentwicklung. Und immer mehr Länder und dortige Unternehmen, Banken und sogar Vereine werden durch die 'extraterritorialen Effekte' geschädigt, da sich US-Institutionen anmaßen, solche ausländischen Akteure zu 'bestrafen', weil sie mit kubanischen Institutionen und Partnern kooperieren oder Handel betreiben."

Von Seiten der internationalen Initiativen wird die "großartige Solidarität und Selbstlosigkeit hervorgehoben, mit der die Reeve-Brigaden Tausende von Leben gerettet haben, indem sie ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten".

Obwohl sich die Initiatoren bewusst sind, dass die formale Nominierungsfrist für die Einreichung von Vorschlägen für den Friedensnobelpreis 2020 bereits abgelaufen ist, bitten sie "das Nobelkomitee in Oslo angesichts der außergewöhnlichen Reaktion der Internationalen Medizinischen Brigade Henry Reeve auf die durch das Coronavirus verursachte weltweite Notlage um eine Ausnahmegenehmigung. Ihr Beispiel der Selbstlosigkeit, des Mutes und der Solidarität inmitten der Pandemie ist beispiellos und wirklich eines Friedensnobelpreises, dem renommiertesten Preis der Welt, würdig".

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