In Uruguay erhalten zwei Ex-Militärs Haftstrafe für Mord im Jahr 1976

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Der Kommunist Julián Basilio López starb in der Kaserne La paloma an den Schlägen, die ihm während der Folter zugefügt worden waren
Der Kommunist Julián Basilio López starb in der Kaserne La paloma an den Schlägen, die ihm während der Folter zugefügt worden waren

Montevideo. Die uruguayische Justiz hat die ehemaligen Militärs Nelson Heber Coitinho und Hugo Andrés Garciacelay des schweren Mordes und Beihilfe zum Mord für schuldig befunden. 

Die Ermittlungen hatten ergeben, dass der Kommunist Julián Basilio López an den Schlägen verstarb, die ihm während der Folter zugefügt worden waren, und nicht, wie von den Militärs behauptet, durch Selbstmord.

Richterin Isáura Tórtora urteilte: "Aus allen in der Akte durchgeführten Berichten geht hervor, dass es sich bei den externen und internen Befunden um einen gewaltsamen Tod infolge der mehrfachen Verletzungen handelt, die das Opfer während der Verhöre erlitten hat."

Die beiden pensionierten Militäroffiziere mussten sich in dem Prozess daher wegen besonders schweren Mordes verantworten. Ihr Opfer López wurde in der Silvesternacht 1975 im Rahmen der Operation Morgan festgenommen. Diese Operation richtete sich gegen die Kommunistischen Partei Uruguays und wurde durchgeführt vom Koordinierungsgremium für antisubversive Operationen.

Zunächst wurden Mitglieder des Zentralkomitees und die Verantwortlichen für Finanzen und Propaganda festgenommen, später verhaftete man auch Mitglieder der Union der kommunistischen Jugend.

Der 66-jährige Lópzez war bei seiner Festnahme bereits im Ruhestand. Er hatte als Wachmann bei der Transportgesellschaft Cutcsa gearbeitet, wo er das Taxameter bediente. 1961 war er der Kommunistischen Partei beigetreten. Als Vorsitzender der Nationalen Transportarbeitergewerkschaft des Nationalen Arbeiterkonvents nahm er 1962 aktiv am damaligen Verkehrsstreik teil. 1969 denunzierte ihn jemand. Im Hof seines Hauses fand man daraufhin Unterlagen der Kommunistischen Partei und Waffen.

In dem Verhör, das am Neujahrstag des Jahres 1976 um 1:30 Uhr begann, wurde López nach der Herkunft und dem Zweck der Waffen gefragt. Das unter Folter stattfindende Verhör leitete Coitinho, der als Verbindungsmann des Geheimdienstes Leutnant Carlos Casco (verstorben) diente. Mit anwesend war Fähnrich Andrés Garciacelay. Dieser war es, der López die Fesseln löste, als er bat, auf die Toilette gehen zu dürfen. Auf dem Weg dorthin habe López entschieden, rückwärts die Treppe hinunter in die "Leere" zu fallen. Ein selbstgewählter Freitod, so die offizielle Version der Militärs damals, die Eingang in die Akten fand.

Die forensische Untersuchung, die 2011 eingeleitet wurde, beweist das Gegenteil: Todesursache war eine "akute Blutung durch Polytrauma". Ein Sturz konnte an dem Leichnam nicht festgestellt werden.

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