Brasilien / Soziales

Impfstart in Brasilien, Gericht untersucht Krise in Manaus

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Wie in anderen Ländern findet der Impfstart in Brasilien vor laufenden Kameras statt
Wie in anderen Ländern findet der Impfstart in Brasilien vor laufenden Kameras statt

São Paulo. Nach wochenlanger Verzögerung hat die brasilianische Behörde Anvisa die Notzulassung zweier Vakzine gegen Covid-19 genehmigt. Der Impfstoff CoronaVac wird in der Metropole São Paulo in Partnerschaft mit dem chinesischen Pharmahersteller Sinovac vom Instituto Butantan produziert. Der zweite genehmigte Impfstoff Astra Zeneca wurde mit der Universität von Oxford in Großbritannien entwickelt.

Am Sonntag vor einer Woche ist in Brasilien die erste Person geimpft worden, mit CoronaVac. Eine 54-jährige Krankenschwester, die auf einer Corona-Intensivstation im Hospital das Clinicas in São Paulo arbeitet, erhielt die erste Dosis. São Paulos Gouverneur João Doria von der Sozialdemokratische Partei Brasiliens (PSDB), der den amtierenden Jair Bolsonaro bei der nächsten Präsidentschaftswahl 2022 herausfordern will, ließ sich dafür feiern.

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Inzwischen untersucht ein Gericht mögliche Verantwortlichkeiten für den Kollaps des Gesundheitssystems in der nordbrasilianischen Stadt Manaus. Im Visir für das Versagen ist der brasilianische Gesundheitsministers General Eduardo Pazuello, denn die Bundesregierung habe zehn Tage vorher von der drohenden Krise gewusst. Staatsanwalt Igor Spindora hat informiert, dass ein Stopp der Sauerstofflieferung nach Manaus durch Flugzeuge der brasilianischen Luftwaffe für den Mangel an Sauerstoffflaschen für die Krankenhäuser verantwortlich seien. Von wem jedoch die Order für die Unterbrechung der Sauerstofflieferungen in den Bundesstaat Amazonas ausgegangen ist, wird gerade ermittelt.

Mit fast 8,5 Millionen Corona-Fällen steht Brasilien weltweit an dritter Stelle der Länder mit den meisten Corona-Infektionen. Besonders kritisch ist die Lage in der Amazonas-Metropole Manaus. Auch nach einer Notlieferung aus dem benachbarten Venezuela fehlt den Krankenhäusern Sauerstoff für Beatmungsgeräte. Es gibt Bedarf an Tausenden zusätzlichen Intensivbetten. Corona-infizierte Menschen sterben Zuhause und inzwischen auch in Warteschlangen vor den Krankenhäusern der Stadt, ohne die Chance auf eine lebensrettende ärztliche Betreuung.

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