Proteste nach dem Tod einer salvadorianischen Migrantin bei Festnahme in Mexiko

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Wandbild in Mexiko: "Gerechtigkeit für Victoria ‒ für die Menschenrechte gibt es keine Grenzen"
Wandbild in Mexiko: "Gerechtigkeit für Victoria ‒ für die Menschenrechte gibt es keine Grenzen"

Mexiko-Stadt/San Salvador. Nachdem die 36-Jährige Victoria Salazar am vergangenen Samstag in der mexikanischen Küstenstadt Tulum bei der Festnahme durch die Polizei getötet worden ist, kommt es in mehreren Städten Mexikos und El Salvadors zu Protesten gegen Polizeigewalt, Machismus und Rassismus.

Die 36-jährige Geflüchtete und Mutter von zwei Kindern aus El Salvador lebte seit zwei Jahren mit einem Visum aus humanitären Gründen in Mexiko. Nachdem eine Autopsie zu dem Schluss kam, dass Salazar bei der Festnahme das Genick gebrochen wurde, werden vier Polizist:innen nun des Femizids beschuldigt. Bisher ist unklar, wie es überhaupt zu dem brutalen Übergriff kam.

Mexikanische Medien veröffentlichten noch am Wochenende Videos, auf denen zu sehen ist, wie eine Polizistin auf Salazars Rücken kniet, während diese weint und sich unter der Last unmöglich bewegen kann. Später zeigen Videos Salazar, wie sie bäuchlings, mit Handschellen versehen und offenbar bewusstlos, auf dem Asphalt liegt, während drei Polizisten die Lage beobachten. Schließlich hoben die Polizeikräfte den regungslosen Körper auf und legten Salazar in den hinteren Teil des Streifenwagens, bevor sie wegfuhren.

Rosibel Arriaza, die Mutter von Victoria Salazar, ließ von El Salvador aus verlauten: "Ich bin empört. Ich fühle mich machtlos, frustriert. Ich fordere Gerechtigkeit für meine Tochter!"

Am Montag nach der brutalen Tat versammelten sich in Mexiko-Stadt, Tulum und der salvadorianischen Hauptstadt San Salvador Menschen zu Protestmärschen.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador erklärte öffentlich, Salazar sei "brutal behandelt und ermordet worden. Das ist eine Tatsache, die uns mit Trauer, Schmerz und Scham erfüllt".

Laut Behördenangaben wurden die vier Beamt:innen, eine Frau und drei Männer, aus dem Dienst entlassen, festgenommen und müssen sich wegen Femizids vor Gericht verantworten. Auch der Polizeichef von Tulum musste sein Amt niederlegen.

Protestierenden geht das aber nicht weit genug. Sie prangern die strukturelle Dimension des Verbrechens an: Nicht nur der Machismus habe Salazar getötet, die Tat habe auch rassistische Hintergründe.

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