Hunderttausende Menschen beim 30. "Marcha del Orgullo" in Argentinien

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Der Marcha de Orgullo vor dem Nationalkongress in Buenos Aires
Der Marcha de Orgullo vor dem Nationalkongress in Buenos Aires

Buenos Aires. Nach einem Jahr Pause aufgrund der Corona-Pandemie haben nach Angaben der Organisator:innen mehr als 800.000 LGBT+-Personen, Verbündete, sowie Bewegungen für sexuelle Vielfalt am 30. Marcha de Orgullo in Argentiniens Hauptstadt teilgenommen. Sie versammelten sich am 6. November auf der Plaza de Mayo, von wo aus sie traditionellerweise über die Avenida de Mayo zum Kongress marschierten. Die Pride Parade in Buenos Aires ist eine der größten Lateinamerikas.

Die Stärke der argentinischen LGBT+-Bewegung spiegelt sich auch in vielen rechtlichen Errungenschaften im letzten Jahr wider. Neben der lange erkämpften legalen Abtreibung wurden eine Trans-Quote im öffentlichen Dienst sowie der nicht-binäre Personalausweis eingeführt.

Dieses Jahr stand das umfassende Trans-Gesetz (Ley Integral Trans), das die volle und gleichberechtigte Ausübung der Rechte und Freiheiten von Transgender-Personen gewährleisten soll, im Zentrum der Forderungen. Das Thema erlangte durch die Pandemie zusätzliche Relevanz, da Transgender-Personen sowohl gesundheitlich durch fehlenden Zugang zum Gesundheitssystem sowie ökonomisch durch Job- und Wohnungsverlust, unter anderen Problemen, besonders hart getroffen wurden.

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Die Aktivist:innen betonten die Wichtigkeit, die bereits erreichten Siege zu feiern, doch auch, dass es noch viele soziale Barrieren gibt, die es aufzulösen gilt. Auf die gleiche Weise wäre die Sichtbarkeit ein wichtiges politisches Mittel, doch sollten die realen politischen Forderungen dahinter nicht vergessen werden.

Zum Sonnenuntergang wurde die Casa Rosada, der offizielle Sitz des Präsidenten, in Regenbogenfarben angeleuchtet. Präsident Alberto Fernández twitterte eine Nachricht der Unterstützung: "Die LGBTI+-Flagge weht im ganzen Land mit vielen Gründen zu feiern. Nach so langer Zeit ist ein Kollektiv, dem wir uns in der Arbeit für eine gerechtere, freiere und gleichberechtigtere Gesellschaft verbünden, wieder auf der Straße".

Das Event wurde außerdem von vielen Musik-Acts wie Ayelén Beker und Miss Bolivia begleitet. Es gab auch einen Flohmarkt, auf dem sogar ein Bus des Gesundheitsministeriums Impfungen verabreichte.

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