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Kuba hat Corona unter Kontrolle und bleibt für Einreisen offen

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In Kuba versuchen Wissenschaftler:innen und die staatliche Unternehmensgruppe BioCubaFarma, die im Land hergestellten Impfstoffe an die Omikron-Variante des SARS-CoV-2-Virus anzupassen
In Kuba versuchen Wissenschaftler:innen und die staatliche Unternehmensgruppe BioCubaFarma, die im Land hergestellten Impfstoffe an die Omikron-Variante des SARS-CoV-2-Virus anzupassen

Havanna. In Kuba sind die Ansteckungen mit Covid-19-Viren seit dem Spätsommer immer weiter gesunken, nur noch vereinzelt sind Todesfälle zu verzeichnen. Die Inzidenzzahl, gemessen nach der Definition in Deutschland, ist seit mehreren Tagen auf unter 10 gesunken, während diese in Deutschland anstieg und derzeit bei über 400 liegt.

Auch nach der Öffnung für den Tourismus Mitte November und mit steigenden Besucherzahlen sinken die Inzidenzen auf Kuba weiter, die Intensivstationen sind leer. Die täglichen, ausführlichen Lageberichte über die Pandemie gehen weiter. Als wichtigster Faktor für diesen Erfolg gilt die systematische Impfkampagne mit den eigenen Impfstoffen, die im Juli mit großen Anstrengungen und breiter Disziplin startete.

Im internationalen Vergleich gehört Kuba damit zu den Staaten mit der höchsten Impfquote (83,2 Prozent) wie Dänemark, Portugal und Chile. Das Vertrauen in die medizinischen Experten sowie das Gesundheitsministerium ist auf der Insel traditionell sehr hoch. Bei den verabreichten Dosen pro Einwohner belegt das sozialistische Land aufgrund des dreidosigen Schemas sogar die Weltspitze. Mittlerweile wurde in dem Karibikstaat mit Auffrischungsimpfungen begonnen, zunächst für Mitarbeiter des Gesundheitswesens und der Tourismus-Branche, seit vergangenem Montag wird auch in der Fläche geboostert.

Derzeit bereiten sich die kubanischen Gesundheitsbehörden auf die neue Omikron-Variante des Covid19-Virus vor. Sie haben bereits entsprechende Forschungen durchgeführt. Einer der beiden kubanischen Impfstoffhersteller, das Finlay-Instituts für Impfstoffentwicklung (IFV), hat mit der Anpassung seiner Vakzine begonnen. Die neue Variante ist bislang in über sechzig Staaten nachgewiesen, auch in Kuba ist erst in diesen Tagen ein erster Fall entdeckt und behandelt worden. Ein Mediziner aus Pinar del Río soll die Variante bei seiner Rückkehr aus Mosambik mitgebracht haben.

"Auch angesichts der neuen Variante werden wir unsere Grenzen nicht schließen", stellte Präsident Miguel Díaz-Canel indes klar. Dabei sollen alle machbaren Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Am Samstag sind neue Einreiseregeln für Ankömmlinge aus Risikogebieten in Kraft getreten. Kubas Gesundheitsbehörden mahnten auf der letzten Sitzung des Krisenstabs zu "einer verantwortungsvollen Koexistenz" mit dem Virus. Der Kampf gegen die Pandemie sei trotz der ermutigenden Zahlen noch lange nicht vorbei.

Kuba wieder inzwischen wieder zunehmend von internationalen Airlines angesteuert. Der kubanische Zoll gab bekannt, dass die Zollerleichterungen bei der Einfuhr von Medikamenten, Lebensmitteln und Hygieneprodukten bis zum 30. Juni 2022 in Kraft bleiben.

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