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Präsident von Mexiko setzt sich für Teilnahme von Kuba, Nicaragua und Venezuela am OAS-Gipfel ein

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Logo der Organisation Amerikanischer Staaten
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Mexiko-Stadt/Havanna. Angesichts des von den USA geplanten Ausschlusses Kubas vom Gipfel der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat sich Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador (Amlo) für die Teilnahme des sozialistischen Landes eingesetzt. Wie die Zeitung "La Jornada" berichtet, drängte Amlo in einem Gespräch mit US-Präsident Joe Biden darauf, sämtliche Länder des Kontinents einzuladen.

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez erklärte vor wenigen Tagen in einem Interview, dass Kuba nicht an den Vorbereitungen für den Gipfel beteiligt worden sei. Darüber hinaus werde Druck auf Länder ausgeübt, die sich den von der US-Regierung geplanten Ausschlüssen widersetzten. Neben Kuba sollen offenbar auch Venezuela und Nicaragua keine Einladung erhalten.

Die USA haben bislang keine formellen Einladungen versandt. Wie der US-Staatssekretär für die westliche Hemisphere, Brian A. Nichols, erklärte, würden "alle Demokratien des Kontinents" vertreten sein, weshalb es "unwahrscheinlich" sei, dass Kuba, Nicaragua und Venezuela an der Veranstaltung teilnehmen könnten.

Rodríguez bezeichnete den möglichen Ausschluss Kubas als "historischen Rückschlag" der Beziehungen zwischen Washington und Havanna. Ende April fanden die ersten offiziellen Regierungsgespräche zwischen beiden Ländern seit vier Jahren statt, bei denen es vor allem um Migrationsthemen ging. Wie der kubanische Diplomat Carlos Fernández de Cossío dazu erklärte, sei für sein Land bislang "kein Unterschied zwischen Biden und [Vorgänger Donald] Trump" festzustellen.

"Mexiko möchte, dass alle Länder eingeladen werden, nicht einige und andere nicht. Kuba, Nicaragua und Venezuela gehören zu Amerika und sollten dort vertreten sein", so López Obrador in einem Interview.

Das 9. OAS-Gipfeltreffen ist für den 8. und 9. Juni in Los Angeles angesetzt. Die Organisation wurde 1948 in Kolumbien gegründet und hat ihren Sitz in Washington.

Venezuela leitete 2017 das Austrittsverfahren aus der Organisation ein, Nicaraguas sandinistische Regierung tat dies vergangene Woche. Begründet wurde der Schritt mit der Einmischung in innere Angelegenheiten.

Das sozialistische Kuba wurde 1962 auf Betreiben der USA ausgeschlossen, war aber, nachdem sich mehrere lateinamerikanische Länder dafür eingesetzt hatten, seit 2015 wieder zu den Gipfeltreffen eingeladen worden.

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