Hanoi/Peking/Vientiane. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat am Sonntag seine Asienreise mit dem Besuch in Laos beendet. Am 30. August war der Staatschef zu der Reise aufgebrochen und hatte neben Laos auch Vietnam und die Volksrepublik China besucht, um die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den drei asiatischen Ländern zu vertiefen.
"Dieses Wochenende beginnen wir offizielle Besuche in Vietnam, China und Laos, Brudernationen, mit denen uns tiefe Bindungen und eine gemeinsame Geschichte der Kooperation und Solidarität verbinden", schrieb Díaz-Canel auf der Plattform X. Die Reise zielte darauf ab, die historisch gewachsenen bilateralen Beziehungen zu stärken.
Kuba hat seine freundschaftlichen Beziehungen zu den drei Ländern, die sich als sozialistische Bruderstaaten betrachten, seit mehreren Jahren auf die Ebene einer strategischen Partnerschaft vertieft.
Zuletzt hat sich dabei insbesondere Vietnam neben China als wichtigster Wirtschaftspartner Kubas in Asien etabliert. Das Land ist mittlerweile der zweitgrößte Handelspartner Kubas weltweit und der wichtigste Kapitalinvestor aus Asien. Das bilaterale Handelsvolumen beläuft sich auf etwa 340 Millionen US-Dollar.
Vietnam exportiert nach Kuba hauptsächlich Reis, Kohle, Chemikalien, Textilien und elektronische Komponenten, Kuba liefert vor allem pharmazeutische Produkte. Während der Corona-Pandemie kooperierten beide Länder bei Impfstoffen: Kubas "Abdala"-Vakzin kam auch in Vietnam zum Einsatz. Mittlerweile bestehen mehr als 50 bilaterale Kooperationsabkommen.
Anfang des Jahres wurde erstmals staatliches Ackerland an vietnamesische Unternehmen zur Bewirtschaftung übertragen – ein bisher beispielloser Schritt der kubanischen Regierung. Díaz-Canel kündigte während seines Besuchs in Hanoi an, dass weitere 2.000 Hektar an vietnamesische Unternehmen für landwirtschaftliche Projekte übertragen werden sollen.
Der kubanische Präsident betonte, sein Land sei bereit, "ein zunehmend attraktiveres Umfeld für vietnamesische Unternehmer" durch "Erleichterungen und Anreize" zu schaffen. Ende des Jahres soll ein hochrangiger Gegenbesuch des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Vietnams, To Lam, in Havanna stattfinden.
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Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit vereinbarten beide Länder auch eine Ausweitung der militärischen und geheimdienstlichen Kooperation. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, die Regierungen hätten "eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und Außenpolitik" vereinbart.
Als zweite Station reiste Díaz-Canel nach China, wo er von seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping empfangen wurde. Bei dem Treffen wurden insgesamt elf neue Kooperationsabkommen unterzeichnet. Sie umfassen Bereiche wie die Neue Seidenstraße, politische Konsultationen, kulturelle Austauschprogramme und Chinas Globale Sicherheitsinitiative.
Beide Staatschefs bekräftigten die strategische Partnerschaft ihrer Länder. Die "Gemeinschaft geteilter Zukunft zwischen China und Kuba" sei in den vergangenen Jahren "immer tiefer und solider geworden" und habe sich zum "charakteristischen Merkmal der eisernen Freundschaft zwischen beiden Parteien und Ländern" entwickelt, sagte Chinas Staatschef Xi Jinping. Díaz-Canel überbrachte Grüße des kubanischen Revolutionsführers Raúl Castro Ruz, den Xi als "alten Freund" und "unermüdlichen Förderer der bilateralen Beziehungen" würdigte.
Während seines Aufenthalts besuchte Díaz-Canel die Pekinger Niederlassung des chinesisch-kubanischen Biotechnologie-Gemeinschaftsunternehmens BPL. Die Firma beliefert nach Angaben der Betreiber rund 2.000 chinesische Krankenhäuser mit kubanischen Biotechnologie-Produkten. Das Hauptprodukt ist derzeit Nimotuzumab, ein Krebsmedikament.
Zum Abschluss der Reise flog Díaz-Canel weiter nach Laos. Thongloun Sisoulith, Präsident von Laos und Generalsekretär der Laotischen Revolutionären Volkspartei, empfing den kubanischen Staatschef mit einer Umarmung im Präsidentenpalast in Vientiane. Sisoulith betonte, dass Kuba und Laos "mehr als befreundete Länder, sondern eine Familie" seien. Auch Díaz-Canel kommentierte, dass sich die beiden Seiten über den "brüderlichen und herzlichen Charakter" der Beziehungen einig gewesen seien und nannte es ein "produktives Treffen".
Thongsavanh Phomvihane, Außenminister von Laos, würdigte die kubanische Unterstützung beim Unabhängigkeitskampf und der Entwicklung seines Landes. He erklärte, dass es an der Zeit sei, die Beziehungen der Länder zu stärken, da unklar sei, was in der Welt passieren werde. Er wies darauf hin, dass die Kontakte in der Politik bestens seien, in Handel, Investition und Gesundheit jedoch noch weiter ausgebaut werden müssten. Der Handel zwischen beiden Ländern ist bislang eher symbolischer Art. Im Jahr 2021 exportierte Kuba lediglich Tabak im Wert von 500 US-Dollar nach Laos.
Eine hochrangige Delegation begleitete Díaz-Canel auf seiner Reise. Ihr gehörten unter anderem die Minister für Äußeres, Außenhandel und Auslandsinvestitionen, Landwirtschaft und die Verteidigung sowie die Präsidentin der Unternehmensgruppe Biocubafarma an.

