Venezuela / USA / Militär

Trump: US-Angriff in Hafen in Venezuela und Boot versenkt

Ort und Ablauf unklar. Regierung in Caracas dementiert. Möglicher Bezug zu Brand in Fabrik in Zulia

maracaiboview.jpg

In der Hafenstadt Maracaibo gab es eventuell einen Drohnenangriff
In der Hafenstadt Maracaibo gab es eventuell einen Drohnenangriff

Caracas. US-Präsident Donald Trump hat behauptet, dass die USA ein Hafengebiet in Venezuela angegriffen und einen Bereich "getroffen" hätten, in dem Boote mit Drogen beladen würden. Das wäre der erste Angriff auf venezolanischem Territorium.

Allerdings ist der Vorfall umstritten: Trump sprach von einer "großen Explosion", nannte jedoch keine konkreten Details zu Ort oder Beteiligung militärischer Kräfte. Ob der Angriff durch das US-Militär oder den Geheimdienst CIA erfolgt ist und ob es dabei Opfer oder Sachschäden gab, bleibt unklar.

Aus Venezuela wird der angebliche Angriff dementiert. Trump könnte sich auf einen Brand in der Chemiefabrik Primazol in der Hafenstadt Maracaibo im Bundesstaat Zulia bezogen haben. Dort hatte es an Heiligabend einen Brand gegeben. Das Unternehmen erklärte, der Brand sei schnell gelöscht worden und werde untersucht. Es habe keinen Angriff der Vereinigten Staaten auf ihre Anlagen gegeben. Zudem versicherte die Firma, dass keine Personen zu Schaden gekommen seien.

Ohne Moos nix los

Ihnen gefällt die Berichterstattung von amerika21? Damit wir weitermachen können, brauchen wir Ihre Unterstützung.

Die US-Streitkräfte haben am 29. Dezember 2025 im östlichen Pazifik erneut ein Schiff angegriffen und zwei Menschen getötet. Nach Angaben des Pentagon handelte es sich um den 30. Angriff gegen ein angebliches "Drogenboot" seit Anfang September mit bisher 107 Toten.

Washington hat keine Beweise dafür vorgelegt, dass das betroffene Schiff tatsächlich Drogen transportierte. Kritiker argumentieren, dass solche Einsätze ohne internationales Mandat illegal sind und Fragen zu Souveränität und Menschenrechten aufwerfen. Die venezolanische Regierung unter Präsident Nicolás Maduro verurteilt die US-Operationen scharf und spricht von einem Versuch, politischen Druck auszuüben und die nationale Souveränität zu untergraben.

Zudem hatte Trump eine Blockade für Öltanker verhängt, die in venezolanische Gewässer ein- oder auslaufen. Die Blockade betrifft von den USA einseitig sanktionierte Öltanker, die insbesondere mit Venezuela, Russland oder dem Iran in Verbindung stehen. Dies ist Teil seiner Strategie, Druck auf Präsident Nicolás Maduro auszuüben. Durch diese Maßnahme sanken die Ölexporte im Dezember auf etwa die Hälfte des Niveaus von November. Allerdings laufen weiterhin Öltanker nach Venezuela ein. Mindestens zwei Schiffe sind in den letzten Tagen angekommen und weitere steuern auf das Land zu. Dies deutet darauf hin, dass Venezuelas staatliche Ölgesellschaft PDVSA versucht, durch die Nutzung von Tankschiffen als schwimmende Lager Kapazitäten auszubauen und weiterhin Rohöl zu verkaufen.