Brasília. Der brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva hat den Brasilianer:innen zum Jahresende 2025 die Leitlinien der neuen Steuer- und Abgabenreform vorgestellt, die zuvor von beiden Kongresskammern verabschiedet worden ist. Das neue Gesetzespaket soll die "Steuerungerechtigkeit" bekämpfen, betonte Lula. Demnach wird die Einkommensteuer für Geringverdienende mit einem Monatseinkommen von maximal 5.000 Reais (knapp 800 Euro) abgeschafft, während die Steuerlast für Reiche erhöht wird. Für Personen mit einem Einkommen von bis zu 7.350 Reais (rund 1.155 Euro) werden die Steuern anteilig gesenkt. Von der mit dem Jahreswechsel in Kraft getretenen Reform sollen laut Regierungsangaben insgesamt rund 20 Millionen Brasilianer:innen profitieren.
Der Präsident erklärte, dass die Reduktion der Steuern der ärmsten Schicht durch eine 10-prozentige Einkommensteuer für Personen mit einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Reais (rund 158.000 Euro) kompensiert wird. Auch Aktiendividenden werden künftig höher besteuert. Insgesamt werden laut Regierung rund 141.000 Brasilianer:innen mehr Einkommensteuer zahlen. Laut Lula werde das neue Steuermodell der Wirtschaft des Landes im Jahr 2026 rund 28 Milliarden Reais (rund 4,4 Milliarden Euro) zuführen und so Konsum, Handel und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen ankurbeln.
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Die Reform zielt darauf ab, die jahrhundertealte Steuerungerechtigkeit in Brasilien zu beseitigen. Arbeitnehmer:innen zahlten bisher bis zu 27,5 Prozent Steuern, während die Reichsten im Durchschnitt nur 2,5 Prozent beisteuerten. "Wir korrigieren historische Ungerechtigkeiten, welche die arbeitende Bevölkerung unverhältnismäßig stark belastet hat, oft ohne auch nur den Mindestbeitrag von den Superreichen zu erheben", so Lula. "Eine Veränderung war notwendig, und wir setzen sie um", bekräftigte er in einer Live-Übertragung über Medien und soziale Netzwerke.
Auch Beobachter:innen sprechen von einer historischen Wende in Richtung mehr sozialer Gerechtigkeit. Die Steuerreform könnte ein Schlüsselthema bei den Wahlen im Oktober 2026 werden, für die der Politiker von der Arbeiterpartei (PT) bereits seine Kandidatur angekündigt hat.


