Caracas. Venezuela hat am vergangenen Sonntag erstmals eine Ladung Flüssiggas exportiert. Dies gab die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez bekannt. "Ich bin stolz auf diesen Moment: Das Schiff Chrysopigi Lady ist mit der ersten Ladung Flüssiggas aus Venezuela ausgelaufen", schrieb Rodríguez in einer Nachricht auf Telegram, ohne weiter zu präzisieren, in welches Land diese erste Exportlieferung ging.
Die Chrysopigi Lady ist ein Flüssiggastanker, der unter der Flagge Singapurs fährt. Auf dem Portal marinetraffic war als Ziel der aktuellen Fahrt die US-Hafenstadt Providence im Bundesstaat Rhode Island vermerkt.
Venezuela hatte seit Monaten daran gearbeitet, den Gasexport voranzutreiben, trotz der Sanktionen, die die USA 2019 gegen die gesamte venezolanische Ölindustrie verhängt hatten. Am 16. Januar gab Rodríguez bekannt, es sei ein Abkommen über den künftigen Export von Flüssiggas (LPG) unterzeichnet worden.
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Vergangene Woche verabschiedete die Nationalversammlung Venezuelas zudem einstimmig die von Rodríguez vorangetriebene Reform des Gesetzes über Kohlenwasserstoffe, um private und ausländische Investitionen im Ölsektor zu fördern. Mit der Gesetzesreform werden die Möglichkeiten für die Beteiligung privater Unternehmen an der Ausbeutung, Förderung, Transport und Lagerung von Öl und Gas ausgewertet. Konkret wird die Bestimmung aufgeweicht, wonach diese Aktivitäten nur Joint-Ventures vorbehalten waren, an denen die venezolanische Ölgesellschaft Pdvsa Anteile von mindestens 50 Prozent hielt. Mit der Lockerung sollen insbesondere zusätzliche ausländische Investitionen angezogen werden.
Gleichzeitig besteht das Sanktionsregime der USA gegen Venezuela bisher weiter, sodass Unternehmen aus Drittstaaten, die Geschäfte mit Pdvsa machen oder Investitionen in Venezuela tätigen wollen, dies weiterhin nicht frei tun können. Ende Januar verordnete US-Präsident Donald Trump zwar gewisse Ausnahmen von den Sanktionen, sodass etwa Zahlungen an Pdvsa nicht mehr zwingend von den US-Behörden sanktioniert werden. Jedoch müssen solche Überweisungen gemäß der nun geltenden General Licence No. 46 in besondere Fonds eingezahlt werden, die von den USA verwaltet werden.


