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Kubanische Ärzte verlassen Guatemala

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Kubanische Ärzte bei der Verabschiedung aus Guatemala vor dem Denkmal von José Martí in Guatemala-Stadt
Kubanische Ärzte bei der Verabschiedung aus Guatemala vor dem Denkmal von José Martí in Guatemala-Stadt

Guatemala-Stadt/Havanna. Am Dienstag sind die ersten 58 Angehörigen der kubanischen Gesundheitsbrigade aus Guatemala nach Havanna zurückgekehrt. Sie wurden auf dem Flughafen in der kubanischen Hauptstadt von der Vizeministerin für öffentliche Gesundheit, Tania Margarita Cruz Hernández, empfangen.

Die Ministerin erklärte bei der Begrüßung der Fachkräfte, dass die "einseitige Entscheidung der Regierung Guatemalas den Zugang zur Gesundheitsversorgung für Tausende von Menschen beeinträchtigt". Die kubanischen Ärzte und Pflegekräfte befinden sich seit dem Hurrikan Mitch 1998 im Land, seitdem hätten sie "62 Millionen Behandlungen und 625.000 Operationen durchgeführt", schrieb Prensa Latina am Mittwoch.

Guatemala hatte die Entscheidung, die Verträge mit den Kubanern zu beenden, wohl schon Anfang des vergangenen Jahres getroffen. Der Öffentlichkeit bekannt wurde dies aber erst am 7. Februar durch einen Artikel in Prensa Comunitaria, der zu einer Reihe von Widersprüchen führte. Möglicherweise auch deshalb beendete der sozialdemokratische Präsident Bernardo Arévalo die Verträge nicht sofort, sondern im "Laufe des Jahres", wie es im März vom Gesundheitsministerium auf Nachfrage von amerika21 hieß.

Dies führte allerdings zu starker Unsicherheit, weil niemand genau wisse, wann die insgesamt aus 412 Ärzten und Pflegekräften bestehende Brigade das Land verlässt, erklärte die guatemaltekische Ärztin Alma Zacarías bereits im März gegenüber amerika21. In vielen "Gesundheitszentren herrscht große Unsicherheit, daher ist die Arbeit schon eingeschränkt", sagte die Medizinerin im Gespräch mit amerika21. Auch ein kubanischer Arzt aus dem Departamento Quetzaltenango erklärte im Mai gegenüber amerika21, nicht zu wissen, wann genau sein Einsatz und der seiner Kollegen ende.

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Ungeklärt ist weiter auch die Frage des Ersatzes der kubanischen Spezialisten. Von Seiten des Gesundheitsministeriums hieß es, die Kubaner würden durch Medizinstudenten ersetzt, es gebe heute mehr Studienmöglichkeiten für Medizin in Guatemala als 1998 zu Beginn des Einsatzes.

Zacarías widersprach gegenüber amerika21 dieser Darstellung. Es sei ohnehin schon Standard, dass Medizinstudenten in den letzten Semestern in Gesundheitszentren längere Einsätze absolvieren, "eine quantitative Steigerung der Studenten gibt es aber nicht". Auch "konzentrieren sich guatemaltekische Ärzte im Normalfall auf die großen Städte." In vielen, vor allem indigenen Gemeinden, "herrscht große Angst, dass uns niemand mehr behandelt, wenn die Kubaner weg sind". Zacarías weist noch auf einen zweiten Aspekt hin. So stehe "das in Kuba gelehrte Prinzip der präventiven Gesundheit vielen indigenen Gemeinden näher als die klassische Schulmedizin".

Sie selbst hat in Kuba studiert. "Ich bin in einer sehr armen Familie am Rande von Quetzaltenango aufgewachsen und musste schon als Kind meiner Mutter helfen. Die kirchliche Organisation Ceipa ermöglichte mir den Schulbesuch. Kuba ermöglichte mir dann ein Medizinstudium, das wäre in Guatemala völlig ausgeschlossen gewesen", erzählte sie gegenüber amerika21.