Poza Rica de Hidalgo. Der Journalist Luis Ángel López Valdez ist in der Stadt Poza Rica im mexikanischen Bundesstaat Veracruz von bewaffneten Männern erschossen worden. Der 33-Jährige war für die Zeitung Vanguardia de Veracruz tätig und leitete das digitale Nachrichtenmedium Reportaje Policiaco Veracruzano, wo er über die Kriminalität im Bundesstaat Veracruz berichtete.
Ersten Berichten ging der Journalist seinem Nebenerwerb als Taxifahrer nach, als bewaffnete Männer ihn anhielten. "Er wurde von 18 Kugeln getroffen", erklärte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Lisbeth Aurelia Jiménez Aguirre. Die Tat ereignete sich in den frühen Morgenstunden des vergangenen Donnerstags, am selben Tag, als Mexiko die Fußball-Weltmeisterschaft eröffnete.
Journalisten von digitalen Medien und Reporter von Radiosendern versammelten sich tags darauf zu einer Kundgebung in der Stadt Córdoba im gleichen Bundesstaat. Sie forderten Gerechtigkeit und eine Untersuchung des Todes ihres Kollegen Luis Ángel. "Wir wissen, dass er ein unbescholtener, unauffälliger junger Mann und zudem Rettungssanitäter war, der nichts anderes getan hat, als zu berichten", erklärte Hugo Morales, der seit über 30 Jahren als Journalist tätig ist.
Zahlreiche mexikanische und internationale Verbände schlossen sich der Verurteilung des Mordes an. Darunter auch Reporter ohne Grenzen (RSF), die die mexikanischen Behörden aufforderten, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und die journalistische Arbeit des Opfers bei den Ermittlungen als mögliches Motiv zu priorisieren.
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Gemäß Angaben des Innenministers von Veracruz, Ricardo Ahued Bardahuil, ist eine Anzeige von López Valdez wegen mutmaßlicher Schikanen durch Polizeibeamte einer der Ermittlungsansätze im Mordfall.
López Valdez wurde nach dem Mord an einem Kollegen in das bundesstaatliche Schutzprogramm für bedrohte Journalisten aufgenommen. Am 8. Januar 2026 tötete ebenfalls in dem als Mexikos Ölhauptstadt bekannten Poza Rica eine bewaffnete Gruppe den Reporter Carlos Castro, Leiter des Portals "Código Norte".
Zu diesen Morden kommt noch das gewaltsame Verschwinden der Journalistin Roxana Berenice Guzmán Ramírez hinzu. Die Leiterin von "Pulso Informativo del Sureste" wurde am 2. Juni 2026 in Nanchital, im südlichen Teil des Bundesstaates Veracruz, von zwei bewaffneten Männern aus ihrem Haus entführt. Sie filmte ihre eigene Entführung mit ihrem Handy und dokumentierte, wie sie sich gewaltsam Zutritt zu ihrem Haus verschafften und sie verschleppten. "Ihr Verschwinden verdeutlicht die anhaltende extreme Gewalt gegen die Presse", betont Reporter ohne Grenzen.
Die Staatsanwaltschaft von Veracruz teilte am Freitag mit, dass die Generalstaatsanwaltschaft Mexikos den Fall von Guzmán Ramírez übernommen habe. Zehn Tage nach dem Verbrechen ermittelt nun die Sonderstaatsanwaltschaft für Verbrechen gegen die Meinungsfreiheit in Mexiko-Stadt zu der gewaltsamen Entführung der Journalistin.

