Venezuela / Wirtschaft

Venezolanischer Staat übernimmt Sanitarios Maracay

Caracas. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat am vergangenen Sonntag die Verstaatlichung des Sanitärherstellers Sanitarios Maracay bekannt gegeben. Der Betrieb stand seit 2006 weitgehend still. Nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen Belegschaft und Eigentümer hatte letzterer die Produktion in den besetzten Anlagen damals eingestellt. Nur eine kleine Gruppe Arbeiter führte bis heute einen Teil der Produktion in Eigenregie weiter und forderte die Verstaatlichung unter Arbeiterselbstverwaltung.

Chávez sprach sich zwar wiederholt für eine Übernahme des Betriebes aus, doch er wurde bisher von der Regierung als "nicht-strategisch bedeutend" bewertet. Durch die neue Offensive des Staates im Wohnungsbau kam auch Sanitarios Maracay wieder ins Blickfeld. Die Zerstörung von Häusern durch Überschwemmungen und Erdrutsche in den letzten Wochen zwangen die Regierung ihre Anstrengungen im Wohnungsbau zu verstärken.

Chávez erklärte Sanitarios Maracay nun als "fundamental für den Wohnungsbau-Plan der Regierung". Zudem sei nicht weiter hinnehmbar, dass der ursprüngliche Eigentümer seit Jahren noch nicht die vollständigen Abfindungen an die Arbeiter ausgezahlt habe. Das Arbeitsministerium hatte 2006 immerhin einen hohen Ausgleich für die Beschäftigten erzwungen. Viele Gewerkschafter hätten allerdings gerne den Betrieb damals schon in Staatshand gesehen.

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