Brasilien: Quilombolas protestieren für Landtitel und gegen Morde

São Luís. Etwa 100 Bewohner von Quilombolagemeinschaften – Abkömmlinge entflohener afrikanischer Sklaven in Brasilien – halten die Agrarreformbehörde Incra im Bundesstaat Maranhão seit dem 3.Juni besetzt. Dies berichtet die Tageszeitung O Imparcial auf ihrer Internetseite. Die aus schätzungsweise 50 Quilombola-Gemeinden stammenden Familien fordern die Anerkennung ihrer verfassungemäß zustehenden Titel auf das Land, das von ihren aus der Sklaverei entflohenen Vorfahren vor Generationen in Besitz genommen und von den Familien seither bewirtschaft wird.

Die die Quilombolas unterstützende brasilianische Landpastorale Comissão Pastoral da Terra (CPT) warnte zudem, dass allein in den beiden Quilombolagemeinschaften Charco und Cruzeiro, in der Nähe der Landeshauptstadt Maranhãos, São Luís, 27 Bewohner der Quilombos auf bekannten Todeslisten stehen, berichtet das Portal Áfricas.

Erst am vergangenen 27. Mai war das Haus des Quilombola Almirandi Costa, 41 Jahre alt, wegen des Landkonfliktes um das Quilombolagebiet beschossen worden. Almirandi Costa blieb unverletzt.

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