Chile: Irreguläre Waffenlieferung im Hafen von Antofagasta

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Das Verteidigungsministerium gerät unter Druck
Das Verteidigungsministerium gerät unter Druck

Antofagasta, Chile. Am Dienstagmorgen informierte ein Mitarbeiter der Zollbehörde im Hafen des chilenischen Antofagasta das Internetportal Verdad Ahora (Wahrheit Jetzt) über eine mutmaßlich irreguläre Lieferung und Verladung von Waffen, die er in der Nacht vom Montag auf Dienstag beobachtet habe. Er sendete Dokumente, die den Import von 20 Tonnen Waffen und Munition unter den Ladecodes "COHETES DIVLOG HEAT 551" und "CARL GUSTAV HE 441D" ausweisen.

Das Waffenmaterial sei ohne die üblichen Kontrollen in LKWs verladen worden und nicht einmal vom Zoll inspiziert worden. Hafenpersonal sei angewiesen worden sich fern zu halten. Die Lieferdokumente wiesen die Ladung als eine Lieferung aus den Niederlanden aus, ein Verkäufer wird allerdings nicht genannt.

Die Waffenlieferung wurde von Seiten des Verteidigungsministeriums bereits bestätigt, ein Sprecher ließ verlauten, alles sei rechtmäßig verlaufen. Der christdemokratische Abgeordnete und Mitglied der parlamentarischen Verteidigungskommission, Ricardo Rincón, kündigte an, Verteidigungsminister Andrés Allamand zur Aufklärung aufzufordern. Ihn wundere dass die Lieferung nicht durch die Zollkontrolle gegangen sei und ihn beunruhige, dass dies im momentanen gesellschaftlichen Klima geschehe.

In Chile dauern seit Monaten Proteste von Schülern und Studierenden an. Der Bürgermeister von Santiago de Chile hatte unlängst mit der Forderung für Aufsehen gesorgt, bei einer geplanten Großdemonstration am 11. September die Armee gegen die Demonstranten einzusetzen.

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